Greuther Fürth Büskens ist heute Hertha-Fan

Lange Gesichter auf der Fürther Bank: Manager Rachid Azzouzi, Co-Trainer Mirko Reichel und Chef Mike Büskens (von links). Foto: Wolfgang Zink

AUGSBURG Sämtliche Kleeblatt-Blicke sind heute nach Bochum gerichtet. Dort wird beim Duell des VfL (Dritter) gegen Spitzenreiter Hertha BSC Fürths sportliche Zukunft mitentschieden. Siegt das Team von Bochums Trainer Friedhelm Funkel, ist der von Greuther Fürth angepeilte dritte Platz so gut wie futsch - sieben Zähler Rückstand auf Bochum wären wohl zu viel für eine gepflegte Aufholjagd.
„Ich muss die sportliche Fairness ein bisschen vergessen und drücke den Berlinern die Daumen“, blieb Kleeblatt-Trainer Mike Büskens nach der Freitag-Nullnummer beim Zweiten Augsburg nur der Blick nach vorn zum heutigen Top-Spiel. Die Ausgangslage: Hertha (59 Punkte), Augsburg (58), Bochum (54) und das Kleeblatt (51).

 

"Wir haben den entscheidenden Punch nicht gemacht"

„Wir haben den entscheidenden Punch in Augsburg nicht gemacht“, stellte Büskens sachlich-richtig fest. Deshalb klammert sich der 43-Jährige vordergründig an den Strohhalm Hertha-Sieg. „Wenn Bochum gegen Berlin so spielt, wie wir es gerne möchten, dann wird es bei unserem Spiel gegen Paderborn am Sonntag so brennen, dass wir mit der flachen Hand bügeln können, dann muss es so richtig rocken“, so der Kleeblatt-Trainer, der in dieser Woche endlich seinen Vertrag im Ronhof verlängern wird.
Präsident Helmut Hack hat 61 Punkte als Saisonziel erklärt und sieht das Kleeblatt auch nach der Nullnummer von Augsburg weiter im Soll. „Wir werden bis zum Schluss oben dran bleiben. Dann werden wir sehen, was am Ende dabei herauskommt“, versicherte der SpVgg-Boss mit unerschütterlichem Glauben an ein glückliches Ende.

"Wir haben noch fünf Spiele, die müssen wir gewinnen"

Auch Keeper Alexander Walke geht die Sache offensiv an: „Wir geben bestimmt nicht auf. Wir haben noch fünf Spiele, die wir gewinnen müssen – da brauchen wir nicht schwören oder sonst etwas machen.“ Der 27-Jährige rettete beim FCA den Punkt und absolvierte den anschließenden Interview-Marathon mit Söhnchen Luan an der Seite: „Er ist einfach zufrieden, dass er bei seinem Papa ist.“
Komplimente an den fränkischen Gast verteilte auch Jos Luhukay. Der Augsburger Coach sieht Fürth weiter im Aufstiegsrennen. Luhukay: „Wir hätten das Spiel auch verlieren können. Kaum eine Mannschaft ist in dieser Saison hier in Augsburg so aufgetreten wie die Fürther. Ich habe sie längst noch nicht abgeschrieben. Sie können noch herankommen, Bochum oder uns noch Schwierigkeiten bereiten.“
Schön wär’s aus Kleeblatt-Sicht, doch da muss heute Abend erst einmal Bochum verlieren.

Matthias Hertlein

 

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