Grausamer Doppelmord Höfen-Prozess: Angeklagte beschuldigen sich gegenseitig

Robert P. beim Prozessauftakt. Foto: Daniel von Loeper

Im Prozess um den Doppelmord von Höfen schieben sich die Angeklagten die Schuld gegenseitig zu.

 

München - Zum Prozessauftakt Ende Juni schwiegen drei der vier Angeklagten im Höfen-Prozess. Doch jetzt, da das Ende in Sicht ist (am 8. Oktober soll das Urteil gefällt werden), sprudelt es geradezu aus den Angeklagten heraus.

Alle geben zu, beteiligt gewesen zu sein. Alle behaupten aber auch, die anderen träfe viel mehr Schuld an der blutigen Eskalation, bei der zwei Menschen ihr Leben ließen. Drei Männer sind des Doppelmordes angeklagt. Die ehemalige Pflegerin des verstorbenen Hauseigentümers soll ihren Bruder und ihren Sohn zum Einbruch in das Königsdorfer Anwesen angestiftet haben. Jakub G., ein Bekannter, wurde als dritter Komplize angeheuert.

Genau dieser Jakub G. brachte die Mauer des Schweigens, die die Angeklagten hochziehen wollten, sehr früh ins Bröckeln. Der 34-Jährige schilderte bereits am ersten Tag ausführlich, wie die Tat aus seiner Sicht abgelaufen sei. Die anderen Angeklagten zogen später nach.

Angeklagter fleht um Verzeihung

Den Höhepunkt der gegenseitigen Beschuldigungen liefert bei der Verhandlung am Freitag ein Brief, den der mitangeklagte Sohn der Pflegerin an das Opfer richtete. Darin entschuldigt sich der 25-Jährige bei Luise S. (80), fleht sie sogar an, ihm zu verzeihen. Er sei unter den Einfluss gefährlicher Menschen geraten, schreibt der junge Mann. Ihn träfe aber keine Schuld, sondern lediglich die beiden "Erwachsenen".

Das mag sein Onkel Robert P. (44) nicht so stehenlassen. Er erklärt über seinen Anwalt, dass Michael N. nach der Tat auf ihn zugekommen sei mit der Forderung, der ältere Mann solle doch bitte die Schuld auf sich nehmen. Er selber habe doch im Gegensatz zu Robert P. noch das ganze Leben vor sich.

Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.

 

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