Gourmet-Wunder Promis feiern: Das Tantris wird 40!

Es ist der Inbegriff von Haute Cuisine in Deutschland: das Restaurant „Tantris“ in München, dessen Name im Buddhismus "Suche nach Vollkommenheit" bedeutet. Am Wochenende feierte das "Tantris" seinen 40. Geburtstag. Die AZ zeigt die Bilder der exklusiven Geburtstagsfeier. Foto: API/ Michael Tinnefeld

Seit 40 Jahren begeistert das Tantris die Feinschmeckerwelt. Bei einem Gala-Dîner wird das gefeiert

 

Es war ein Sterne-Abend der Superlative: Im Hummer-Vatikan Tantris wurde beim Gala-Dîner zum 40. Jubiläum das Kunststück vollbracht, dass viele Köche den Brei ins Göttliche veredeln. Hausherr Fritz Eichbauer, seine Frau Sigrid-Ursula und Sohn Felix planten Monate vorher das Acht-Gänge-Menü – kreiert von Hans Haas und seinen internationalen Koch-Kollegen Jean-Georges und Cederic Vongerichten, Marc Haeberlin, Karl und Rudolf Oberbauer, Michel Troisgros, Xavier Pellicer und Norbert Niederkofler.

Kein Wunder, dass sich die Stammgäste um die begrenzten 160 Plätze rissen. Eine der ersten Zusagen zu dem Zauber-Abend lieferte Film-Diva Iris Berben, die pünktlich um 18 Uhr zum Champagner-Empfang im extra aufgebauten Zelt mit Lebensgefährte Heiko Kiesow kam. Die bestens gelaunte Berben zur AZ: „Oh, was liebe ich das Tantris! Ich habe hier wirklich viel Zeit verbracht und tolle Abende erlebt.“

Comedian Michael Mittermeier ist ein Koch-Muffel: „Ich kann toll Pizza bestellen – das war’s. Aber ich bin ein guter Esser! Zum 10. Hochzeitstag war ich mit meiner Frau Gudrun erstmals im Tantris. “ Jedes Gericht war nicht nur optisch ein Kunstwerk. Tantris-Erstling Eckart Witzigmann, der in einem Vorab-Film frotzelte „Jeder, der heute einen Herd anschalten kann, ist schon ein Star-Koch“, lobte später Marc Haeberlins Froschschenkel-Mousseline. Mit dem elsässischen Spitzenkoch verbindet Witzigmann eine langjährige Freundschaft. Als der Deutsche einst in der „Auberge de l’Ill“ arbeitete, rettete er dem damals achtjährigen Marc das Leben – der war in das Flüsschen Ill gefallen.

Witzigmanns Tantris-Nachfolger Heinz Winkler schwärmte von der Idee, einen Schweinskopf mit Kaviar zu verbinden. Auch Trüffel gab es nicht zu knapp. Norbert Niederkofler: „Ein kleines Auto hätte man dafür schon gekriegt!“ Winkler strahlte übrigens noch aus einem ganz anderen Grund: An seinem Finger funkelte ein goldener Ring. „Ja, Denise und ich haben in Aschau geheiratet, ganz geheim und klein“, sagte er zur AZ. „Am 11.11.11, weil das meine Glückszahl ist. “Die neue Frau Winkler glücklich: „Er hat mir gesagt, dass wir es jetzt einfach durchziehen. Am 14.2., dem Valentinstag, folgt die große Feier.“

Nach jedem Gang erschien der zuständige Meister und wurde beim Durchschreiten des Restaurants gefeiert wie ein Box-Champion nach dem Sieg. Obwohl es hinter den Koch-Kulissen mächtig zur Sache ging, sahen die Herd-Helden so steril weiß aus, als kämen sie gerade aus der Intensivstation. Konkurrenz-Stimmung? „Ach, was“, sagt Hans Haas, seit 20 Jahren beim Tantris, zur AZ. „Wir mögen uns alle richtig gerne und haben in der Küche viel gelacht.“

Hausherr Fritz Eichbauer erinnerte in seiner launigen Rede nochmal daran, dass die Stadt sein Tantris 40 Jahre lang links liegen ließ: „Aber ich freue mich, dass in München nicht nur der FC Bayern in der Champions League spielt – und dass das langsam gesehen wird.“ OB Christian Ude verließ den Sterne-Abend trotzdem schon um 20.30 Uhr nach nur zwei Gängen. „Weil er sich um seine Zukunft als Ministerpräsident kümmern muss“, wie ihm Wolfram Siebeck unter die Nase rieb. Der Restaurant-Kritiker erzählte am Mikrofon, dass ihn AZ-Herausgeber Anneliese Friedmann vor Jahren auf das Tantris aufmerksam machte.

Um 1.30 Uhr hatten die letzten Gäste die Nachspeise von Hans Haas geschlemmt – und während die ersten nach Hause gingen, feierten die Sterne-Köche erst richtig ihren Feierabend.

 

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