Goldschmied entwirft Corona-Schmuck Die Infektionskette

Paul Nöllke.
So sieht der Anhänger aus, die Herstellung ist sehr aufwendig. Foto: Paul Nöllke

Ein Münchner Goldschmied hat das Virus zu einem Schmuckstück verarbeitet. Er will sich von Covid-19 nicht unterkriegen lassen.

 

Silbern glänzt das Virus, an den über einem Dutzend Armen sind rote Korallen-Imitate angebracht. „Das ist der Corona-Anhänger“, erklärt Jürgen Rolle verschmitzt.

Als der Goldschmied letzte Woche wieder in seinen Laden in die Hans-Sachs-Straße im Glockenbachviertel zurückkam, sei er erstmal in ein Loch gefallen, erzählt Rolle der AZ. „Ich ging zu meiner Werkbank, und da lag noch eine Silberkugel“, erzählt Rolle. Da sei ihm eine Idee gekommen. „Man sieht ja überall die Bilder von diesem Virus“, sagt der Goldschmied. „Und ich finde das ja an und für sich ganz schön.“ Also machte sich Rolle an die Arbeit. Einen ganzen Tag arbeitete er an seinem „Coronavirus-Anhänger“.

Die Herstellung ist aufwendig

„Die Herstellung ist ganz schön aufwendig“, erzählt Rolle. „Es müssen die zwei Silberkugeln verlötet, dann die Silberstangen angelötet und die Perlen aufgesteckt werden.“ Zuerst zeigte Rolle sein Virus-Schmuckstück Freunden. „Die fanden das auch ganz lustig“, so Rolle. Also produzierte der Goldschmied noch ein paar mehr von den wertvollen Viren. „Man darf sich in dieser gruseligen Zeit nicht unterkriegen lassen“, sagt Rolle. „Es gibt sicher Leute, die sagen, der spinnt doch, das ist nichts für mich, aber ich sehe den Schmuck eher als kleines Kunstobjekt.“

Zwei Anhänger hat der Goldschmied bereits verkauft, wie viele er herstellen wird, da ist er sich noch nicht sicher. „Vielleicht mache ich eine limitierte Auflage von 19 Stück, wegen Covid-19“, so Rolle. „Aber wenn es mehr Leute wollen, dann mache ich natürlich auch mehrere.“ Zwei Exemplare hat er zur Zeit in seinem Laden, eines mit Korallen-Imitat, eines mit Perlen. Gegen das Virus schütze der Anhänger natürlich nicht, so der Goldschmied. „Aber man sagt ja, wer das Virus schon hat, ist vielleicht immun, und als Schmuckstück ‘hat’ man es ja quasi um den Hals.“

Der Anhänger kostet 420 Euro 

Mehr als auf den Verkauf der Anhänger, hofft er aber, dass bald wieder Leute in seinen Laden „Goldnase“ kommen, die er seit 25 Jahren betreibt. „Bis jetzt kommen nur Stammkunden, es ist natürlich wichtig, dass auch mal wieder Laufkundschaft kommt“, sagt Rolle.

In der Hans-Sachs-Straße, in der Rolle seinen Laden hat, sei es bis jetzt allgemein noch recht ruhig. „Ich hoffe aber, dass die Leute doch bald wieder mehr einkaufen gehen“, sagt der Goldschmied. Bis dahin wird er noch ein paar weitere Corona-Anhänger herstellen. „Ein Anhänger kostet 420 Euro“, erklärt er.

Wenn Kunden es wünschen, kann Rolle aber natürlich auch extravagante Wünsche erfüllen. „Das Virus kann man auch in Gold haben, oder mit Diamanten statt Korallen“, erklärt der Goldschmied.

 

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