Gold als sichere Geldanlage? Darauf müssen Sie beim Investieren in Gold achten

Gold ist teuer - aber nicht so risikobehaftet wie andere Anlageformen Foto: peterschreiber.media/shutterstock.com

In Zeiten von Niedrigzinsen und der von immer mehr Experten prognostizierten nächsten Wirtschaftskrise denken viele Anleger über eine Investition in Gold nach. Die folgenden Dinge sollte man dabei berücksichtigen.

 

Wenn über dem Börsenhimmel düstere Wolken aufziehen und die Wirtschaftsweisen Krisenzeiten prophezeien, dann schielen viele Anleger in Richtung Gold. Doch wie lohnend ist die Investition in das Edelmetall wirklich? Welche Vor- und Nachteile bietet der persönliche Goldschatz?

Gold: Wertstabil, aber erst in größeren Mengen lohnend

Generell gilt Gold als sicher, denn es ist ein knappes Gut, das im Gegensatz zu Wertpapieren nicht beliebig vermehrbar ist. Diese Begrenzung sorgt für einen relativ stabilen Wert und sichert so die Geldanlage. Gerade wenn alle anderen Verluste einfahren, ergibt sich so für den Goldfuchs sogar ein Gewinn.

Neben der Stabilität hat Gold noch einen weiteren Vorteil: Gold ist in einem gewissen Rahmen steuerfrei. Beim Verkauf sind erst Gesamtgewinne von über 600 Euro steuerpflichtig, allerdings auch nur dann, wenn Sie das Gold kürzer als ein Jahr im Besitz hatten. Gold ist als langfristige und bequeme Geldanlage also ideal für alle, die nichts Besseres mit Ihrem Geld anzufangen wissen, als es ruhen zu lassen. Die Steuerfreiheit von Gold begründet sich allerdings darin, dass Gold weder Zinsen noch Dividenden abwirft. Und das ist der größte Nachteil von Gold: Die Vermehrung der Anlagewerte in Gold ist nur unter ganz bestimmten Bedingungen überhaupt möglich. Ebenfalls muss einkalkuliert werden, dass sich durch die Steuerfreiheit beim Kauf auch leider keine Werbungskosten in der Steuererklärung geltend machen lassen.

Ein weiterer Nachteil ist, dass der Goldkauf sich erst ab größeren Mengen wirklich lohnt. Das liegt zum einen daran, dass prozentual kleine Barren Gold teurer sind als große. Denn je kleiner die Goldmenge desto größer im Vergleich die Gewinnmarge der Händler. Zum anderen stellt sich die Frage nach der Lagerung. Bei der Aufbewahrung Zuhause, sollten sich der Goldfuchs nicht nur um Einbrecher sorgen, sondern auch um einen möglichen Brand. Deshalb ist der heimische Tresor mitunter nicht der sicherste Platz für den persönlichen Goldschatz. Sicherer ist da ein Bankschließfach, allerdings fallen hier Gebühren von bis zu 50 Euro im Jahr an. Darin lassen sich zwar bis zu zwanzig Kilo-Goldbarren unterbringen und so relativiert sich diese Ausgabe - allerdings muss man sich so viel Gold auch erst mal leisten können. Mit nur wenigen Unzen Gold ist es deshalb nahezu unmöglich, Gewinn zu erwirtschaften.

Gold als diskrete Anlageform

Vom Goldrausch profitieren also vor allem diejenigen, die sich den Kauf größerer Mengen Gold leisten können und die es sich erlauben können, ihre Wertanlagen ruhen zu lassen. Der Goldkauf eignet also vor allem für alle, die langfristig rechnen und kein Vertrauen in die Unwägbarkeiten der Börse haben oder für jene, für die andere Investitionen, wie zum Beispiel in Immobilien uninteressant sind. Außerdem spricht für Gold, dass es sich unter einem Einkaufswert von 15.000 Euro sehr diskret erwerben lässt - und das sogar bequem online. Erst ab dieser Summe sorgt das Geldwäschegesetz dafür, dass Händler die Personalien des Käufers dokumentieren müssen. Seriöse Internet-Händler bieten moderne Datenverschlüsselung an und senden das Gold versichert und bequem nach Hause. Andere Händler wie beispielsweise der Goldkontor Hamburg bieten ihren Kunden auch in anderen Städten wie München die Möglichkeit, ihren Goldkauf persönlich bei einem Sicherheitsunternehmen abzuholen, so dass niemand etwas von dem Goldschatz erfahren muss. Der Kauf über Banken ist oft nur den bankeigenen Kunden vorbehalten und somit nicht anonym möglich.

Generell ist beim Goldkauf darauf zu achten, dass der Händler Mitglied im Berufsverband des Deutschen Münzhandels ist und der Reinheitsgrad des angebotenen Goldes möglichst hoch ist: bei Barren nicht unter 99,5 Prozent und bei Münzen nicht unter 90 Prozent. Zudem empfiehlt es sich, vorab den Goldpreis zu beobachten und zwischen verschiedenen Händlern zu vergleichen. Informieren Sie sich auch gezielt, welches Produkt für Sie in Frage kommt, denn insbesondere bei Goldmünzen sollte nicht nur der Goldwert, sondern auch der individuelle Verwendungszweck in den Überlegungsprozess einfließen. Je höher nämlich der Goldanteil, desto empfindlicher die Prägung.

Gold hat seinen Preis

Der Goldpreis ist allerdings auch nicht ganz wirtschaftsunabhängig. Bei florierender Wirtschaft benötigt die Industrie mehr Gold und der gesteigerte Bedarf treibt den Goldpreis in die Höhe. Bei schwacher Wirtschaftslage steigt die Nachfrage nach Gold als Wertanlage und auch das hält den Goldpreis oben. Der somit immer relativ hohe Goldwert ist zwar eine vorteilhafte Eigenschaft, wenn man Gold besitzt, allerdings nicht unbedingt, um es zu kaufen. Denn bei hohem Kaufpreis und ähnlich hohem Verkaufspreis schrumpft die Gewinnspanne. Daher ist Gold nicht dazu geeignet, um Geld zu vermehren. Allerdings ist Gold ein wichtiger Baustein zur Vermögenssicherung. Experten raten, bis zu 10 Prozent des Anlagevermögens in Gold zu investieren. Über viele Jahre gerechnet, lässt sich so eine Wertsteigerung erzielen. Aber vor allem als Reserve für schlechte Zeiten ist die Goldanlage ein ausgesprochen sinnvoller. Für Kleinanleger lohnt sich Gold in Bezug auf Gewinne eher selten. Allerdings lassen sich mit der Goldanlage in Zeiten von Wirtschaftskrisen Verluste vermeiden und deutlicher ruhiger schlafen. Und das ist auch schon viel wert.

 

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