Gift für die Verkehrswende? Kritiker planen Öko-Aktionen zur IAA in München

Mehr Radwege für München fordert der BUND. Foto: Tobias Hase/dpa

Im September kommt die Autoschau nach München. Sie soll einen großen Teil der Stadt vereinnahmen. Jetzt wollen Öko-Aktivisten ein Gegenprogramm zur Messe starten.

 

München – München ist Veranstaltungsort der Internationalen Automobilausstellung (IAA) 2021 und 2023. Mit ihrem neuen Konzept solle diese Messe von der reinen Autoschau zur international führenden Plattform für Zukunfts-Mobilität werden, kündigte IAA-Präsidentin Hildegard Müller an. Wesentlicher Bestandteil des Neuanfangs sind Events und Diskussionsforen auf Plätzen in der Innenstadt. Umweltverbände, allen voran der Bund Naturschutz München (BN), kritisieren das IAA-Konzept in München. Die Diskussion über eine Verkehrswende müsse in der Hand der Landeshauptstadt bleiben, fordern sie.

Mit dem Auftritt der IAA in München könne die Verkehrswende der Stadt ins Stocken geraten, warnen die Verbände. BN-Geschäftsführer Martin Hänsel stellte klar: "Eine IAA, gegen die nicht in großem Umfang protestiert wird, wäre keine IAA. Die Umweltverbände formieren sich bereits".

Umweltschützer legen Vorschläge zum Umgang mit der IAA vor

Um die Stadt doch noch zum Handeln zu motivieren, legt der BN nun mit dem Konzept "Living City Lab" Empfehlungen vor, wie München mit dem Auftritt der IAA im öffentlichen Raum umgehen könnte. "Visionen werden zu Wirklichkeit, wir bündeln Stadtratsbeschlüsse zum gemeinsamen Auftritt", so Hänsel. Die vielen punktuellen Maßnahmen, die schon beschlossen seien, sollten für die Dauer der IAA umgesetzt werden.

Beispiele: Altstadt-Radlring als temporärer Pop-up-Weg, Pop-Ups auf Leopold-, Ludwig-, Zweibrücken-, Lindwurm-, Schwanthaler-, Prielmayer- und Elisenstraße. Zudem werden nach der Idee der Umweltschützer die Plätze Isartor, Sendlinger Tor und Stachus zu urbanen Treffpunkten mit hoher Aufenthaltsqualität. Marien- und Odeonsplatz würde man gerne für Diskussionsforen der Stadt nutzen – hier allerdings hat wohl die IAA vertraglich das Vorrecht. Die zur Altstadt hin für Autos gesperrte Sonnenstraße mit aufgewerteter Maximilianstraße wird zum "Isarboulevard", der Maximiliansplatz "Trittstein" zwischen Marienplatz und Museumsviertel.

So könnten die Menschen während der IAA erleben, wie sich Verkehrswende anfühle, meint Hänsel. Das Konzept "Living City Lab" gehe nun an die Stadtratsfraktionen. Ideen zum ÖPNV, den spätestens im Herbst viele Radler wieder nutzen müssen, stellte der BN nicht vor.

Lesen Sie hier den Kommentar zum Thema: IAA - ein Ideen-Wettbewerb

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