Gib mir 5! FC Bayern: Fünf Spiele entscheiden über Hansi Flicks Zukunft

Fünf Spiele bleiben Hansi Flick noch, um für seine Zukunft als Cheftrainer des FC Bayern zu kämpfen. Foto: AZ-Montage, Augenklick/sampics, imago/Jan Hübner

Noch fünf Spiele bleiben dem FC Bayern bis zur Winterpause – fünf Spiele, in denen Hansi Flick um seine Zukunft als Cheftrainer kämpft. In der AZ sprechen sich alte Weggefährten für ihn aus.

 

München - Torwartikone Jean-Marie Pfaff (66) kann sich noch sehr gut an die ersten Tage von Hansi Flick (54) beim FC Bayern erinnern, damals im Sommer 1985. "Wir sind ins Trainingslager nach Sonthofen gefahren", erzählt Pfaff, "und Hansi hat eine Woche lang mit mir in einem Zimmer gewohnt." Die beiden verstanden sich gut, der lebensfrohe, extrovertierte Keeper aus Belgien, und Flick, der Bub, der vom SV Sandhausen kam und den Pfaff als "neugierigen Mann" kennenlernte, als "anständig". Im Detail: "Er war ja deutlich jünger als ich, also ist er auch immer früher ins Bett." Brav! Und überhaupt, sagt Pfaff, sei Flick jemand gewesen, "der seine Pflichten kannte".

Daran hat sich im Jahr 2019 wenig geändert. Flick, der Cheftrainer der Münchner, weiß genau, was von ihm in den fünf verbleibenden Partien bis zur Winterpause erwartet wird: am besten fünf Siege. Gib mir 5! "Ich kann mit der aktuellen Situation wunderbar leben", sagte Flick dem Bayern-Magazin "51" zu seiner Zukunft als Coach: "In der Zwischenzeit schauen wir, dass wir so viele Punkte wie möglich holen – und guten Fußball spielen." Das ist besonders Karl-Heinz Rummenigge wichtig. "Am Ende des Tages ist die Spielqualität wichtiger als das Ergebnis", erklärte der Vorstandsvorsitzende nach dem 1:2 gegen Leverkusen, der ersten Pleite unter Flick. Am Gesamteindruck, dass die Mannschaft von den Ideen des neuen Trainers profitiert, dass sie an seinen Plan glaubt, hat sich nichts geändert.

FC Bayern: Bleibt Hansi Flick über den Winter hinaus?

"Es ist wichtig, dass wir in ihm einen Trainer haben, der gut zur Mannschaft passt", sagte Rummenigge weiter: "Wir haben verabredet, dass wir uns nach dem letzten Spiel zusammensetzen, uns besprechen und möglicherweise über den Winter hinaus mit ihm weitermachen."

Flicks Chancen auf eine Weiterbeschäftigung als Chef stehen gut, doch es gibt auch Tücken. Genauer gesagt: starke Gegner. Schon am Samstag (15.30 Uhr/Sky und im AZ-Liveticker) muss Bayern bei Tabellenführer Gladbach antreten. Verlieren die Münchner, wächst der Rückstand auf sieben Punkte an. Passiert aber nicht – sagt Dieter Hoeneß, der mit Flick ebenfalls in den 80er-Jahren bei Bayern zusammenspielte, der AZ: "Es gibt keinen klaren Favoriten, aber ich traue Bayern natürlich einen Sieg zu. Die Mannschaft hat zuletzt gut gespielt, auch gegen Leverkusen bei der knappen Niederlage. Bayern kann sich in diesen Topspielen immer besonders gut konzentrieren."

Nach dem Gipfel in Gladbach geht es knackig weiter: Tottenham Hotspur wartet in der Champions League (11.12.), da hat Bayern den Gruppensieg schon sicher. Aber: Die Flick-Elf will sich den Startrekord mit sechs Siegen aus sechs Spielen holen.

Hoeneß: "Die Spieler sind jetzt mehr in der Verantwortung"

In der Bundesliga heißen die weiteren Gegner vor Weihnachten: Werder Bremen (14.12.), SC Freiburg (18.12.) und VfL Wolfsburg (21.12.). Besinnliche Zeit? Eher nicht! "Es wird wichtig sein, die schwierigen fünf Spiele vor der Winterpause noch in Betracht zu ziehen", sagt Hoeneß zur Trainerfrage: "Wenn Flick weiter Erfolg hat, kann man bedenkenlos mit ihm weitermachen bis Sommer."

Und wenn nicht? Hoeneß glaubt an Flick, seinen alten Teamkollegen, nicht nur, weil dieser ein "angenehmer Mensch" sei: "Man hat das Gefühl, dass ein Ruck durch die Mannschaft gegangen ist nach dem Trainerwechsel. Hansi Flick ist mit seiner Art jetzt genau der richtige Trainer für Bayern. Fußballerisch ist es aktuell teilweise eine Augenweide, wie Bayern spielt."

Was man unter Ex-Coach Niko Kovac – besonders kurz vor der Trennung – nicht behaupten konnte. Hoeneß erklärt, dass die Mannschaft in dieser Phase "das Fußballspielen ja nicht verlernt" hatte. Der Unterschied bei Flick: "Die Spieler sind jetzt mehr in der Verantwortung, vor allem psychologisch hat sich etwas zum Positiven entwickelt." Das spricht für Flick – meint auch Pfaff: "Bayern muss mit ihm weitermachen. Ich habe viel Respekt vor Hansi, er kennt die Welt, ist erfahren und ein ausgeschlafener Mann." Schon immer gewesen.

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