GfK-Umfrage Das bereitet den Deutschen am meisten Kummer

Bilder wie dieses gingen Ende vergangenes Jahr um die Welt: Flüchtlinge passieren am 28. Oktober 2015 die deutsch-österreichische Grenze naheWegscheid bei Passau. Foto: dpa/az

Die Besorgnis um den Zuzug von Flüchtlingen und Migranten war noch nie so groß wie jetzt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage. Welche Sorgen die Deutschen noch haben.

Berlin - Das Axt-Attentat von Würzburg, der Selbstmordanschlag von Ansbach, der Messer-Mörder von Reutlingen und der Amoklauf von München – Süddeutschland hat eine Woche des Schreckens hinter sich. Und die Bluttaten verunsichern die Bürger. Dass drei der Täter Asylbewerber waren, heizt die ohnehin angespannte Stimmung in Deutschland zusätzlich auf.

Der GfK-Verein Nürnberg hat nun gefragt: Was bereitet den Deutschen am meisten Kummer? Die Antwort: Die Zuwanderung und Integration Hunderttausender Flüchtlinge und Migranten sind aus Sicht der Deutschen die drängendste Aufgabe hierzulande.

Laut der repräsentativen GfK-Studie „Challenges of Nations 2016“ bereitet das Thema 83 Prozent aller Bundesbürger Kopfzerbrechen – so vielen wie in keinem anderen der 23 Teilnehmer-Länder der Umfrage. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Wert mehr als verdoppelt; damals lag er bei 35 Prozent. Ähnlich dringend schätzten die Deutschen die Zuwanderung zuletzt 1992 ein, damals waren es 68 Prozent der Befragten. „Jeder Siebte, der dieses Problem nennt, möchte es im Sinne einer positiven Integration lösen. Und jeder Fünfte spricht sich gegen jede weitere Zuwanderung aus“, sagt Vereinsgeschäftsführer Raimund Wildner.

Österreich, Schweden und Schweiz mit der selben Meinung wie Deutschland

Auch in anderen europäischen Ländern wird Zuwanderung und Integration als Herausforderung Nummer eins gesehen, etwa in Österreich (66 Prozent), Schweden und der Schweiz (je 50 Prozent). Betrachtet man alle befragten Nationen, stehen aber die Sorgen um die Preisentwicklung und Arbeitslosigkeit ganz oben.

Den Deutschen bereitet der Arbeitsmarkt hingegen wenig Kummer. Die Bedenken diesbezüglich landen mit 13 Prozent mit großem Abstand auf dem zweiten Platz. Seit der ersten gesamtdeutschen Umfrage 1992 sei dies der niedrigste gemessene Wert, kommentiert Wildner. Noch vor zehn Jahren war Arbeitslosigkeit mit 80 Prozent die größte Sorge.

Die Herausforderungen auf den Plätzen drei bis fünf – Armut, Kriminalität und die Lage in Politik und Regierung – beunruhigen nur jeweils jeden zehnten Deutschen.

 

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