Gewiefter Löwen-Trainer VfB-Coach: So hat mich Vitor Pereira taktisch ausgetrickst

Keine Gnade mit der Sponsoren-Bande: Löwen-Trainer Vitor Pereira lässt nach dem 1:1 seinen Zorn raus. Foto: sampics/Augenklick

Vitor Pereira muss sich gegen den VfB Stuttgart mit einem Punkt begnügen, was ihn in Rage bringt. Und dennoch geht der Löwen-Trainer aus dem Duell als Taktik-Sieger hervor. VfB-Coach Hannes Wolf erklärt im Gespräch mit der AZ, warum.

München - Faktisch holte der TSV 1860 im Südschager gegen den VfB Stuttgart "nur" einen Punkt (1:1), taktisch hatte Löwen-Coach Vitor Pereira seinen Gegenüber Hannes Wolf jedoch eindrucksvoll vor lange Zeit unüberwindbare Probleme gestellt. Das gab der 35-jährige Coach der Schwaben nach dem Remis in Fröttmaning offenherzig zu.

Hannes Wolf lobt den TSV 1860

"Sie haben das Tor in einem ganz kleinen Raum zu Ende gespielt. Das ist natürlich unglücklich für uns. Dann hat Sechzig eine Art von Fußball gewählt, bei dem sie auf ganz viele Zonen des Feldes verzichtet haben und nur die eigene Box verteidigt haben. Wenn das eine Mannschaft mit der Körperlichkeit macht, wie sie Sechzig mittlerweile da hinten besitzt, dann ist es schwer, vorne was zu entwickeln", erklärte Wolf nach dem Remis im Gespräch mit der AZ. 

Das hätten die Löwen gut gemacht, schilderte der gebürtige Bochumer und meinte weiter: "Wenn man die Statistik hernimmt, haben sie auf ganz viel Ballbesitz verzichtet, viele Zonen preisgegeben, eben nur den Strafraum verteidigt, und da hatten wir Probleme, uns durchzusetzen.“ Pereira hatte auf der Pressekonferenz erklärt, dass seine Mannschaft große Räume unbesetzt gelassen habe, um Chancen für Konter zu schaffen.

Taktischer Zug von Vitor Pereira

Die AZ hakte bei Wolf nach, wollte vom Stuttgarter Trainer wissen, ob dies nun ein gewiefter Zug von Pereira gewesen sei - oder ob er diese Maßnahme erwartet habe. "Wir kannten die Systematik. Wir wussten, dass vor der Fünferkette drei Stürmer und zwei Sechser sind und damit viele Räume, in denen du spielen kannst", antwortete er und sagte ferner: "Das wollten wir auch tun, was mit einer frühen Führung viel einfacher gewesen wäre."

So sei es ein Anrennen gewesen, erklärte er. "Wir dachten, wir könnten sie mit Ballbesitz hinten reindrängen. Dass sie aber komplett auf den Ballbesitz verzichten, wussten wir nicht. Das war dann aber auch dem Spielverlauf geschuldet." Pereira hatte folglich klug umgestellt und seine taktischen Vorgaben flexibel angepasst.

Anweisungen über Sebastian Boenisch und Abdoulaye Ba

Eine ganz wichtige Rolle spielten dabei Sebastian Boenisch und Abwehr-Boss Abdoulaye Ba, mit denen der portugiesische Trainer permanent kommunizierte, ehe - unter Beteiligung Boenisch' - der unglückliche Gegentreffer in der Nachspielzeit fiel. Bis dahin hatte Pereira mal wieder eine beeindruckende taktische Lektion erteilt. Einzig, am Ende reichte diese nicht aus.

 

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