Gewerbsmäßiger Betrug Prozess in München: Falsche Polizisten nehmen Senioren aus

Vier falsche Polizisten müssen sich seit Dienstag vor dem Münchner Landgericht verantworten. Foto: Daniel von Loeper

Gewerbsmäßiger Betrug: Zwei Männer und zwei Frauen sitzen auf der Anklagebank des Münchner Landgerichts, weil sie mit der Polizisten-Masche Senioren um ihr Erspartes gebracht haben sollen. 

 

München – Die Masche ist immer dieselbe: Angebliche Polizisten suchen und finden in Telefonbüchern Teilnehmer mit eher altmodisch klingenden Vornamen und rufen sie an. Den Opfern wird vorgegaukelt, dass Einbrecher sie im Visier haben. Die arglosen Senioren übergeben daraufhin ihre Schätze den unbekannten Polizisten.

Zwei Frauen und zwei Männer im Alter von 22 bis 24 Jahren sitzen seit Dienstag wegen gewerbsmäßigen Betrugs auf der Anklagebank des Landgerichts. Weil einer der beiden Männer die Taten als Heranwachsender begangen haben soll, wird das Verfahren gegen das Quartett vor der Jugendkammer verhandelt.

Falsche Polizisten: Die Opfer passen alle in ein Schema

Laut Anklage arbeiten zunächst ein Anrufer, der "Keiler", und ein Logistiker zusammen. Der letztere lenkt wiederum die Abholtrupps – meistens zwei Männer – zu den Opfern. Die beiden angeklagten Frauen sollen als Geldkuriere fungiert haben. Sie hätten die Beute in die Türkei geschafft.

Als "besonders verwerflich" empfinden die Ankläger den Umstand, dass meist ältere Menschen mit eingeschränkter Kritikfähigkeit angerufen werden. Die Beute der Betrüger sei oft das gesamte Ersparte der Opfer. Und das wüssten die Bandenmitglieder auch.

Frankfurt, Hamburg, Stuttgart, Bochum, Duisburg oder Herne – die Opfer kommen aus dem gesamten Bundesgebiet. Drei von ihnen wohnen in München, Wörthsee und Seefeld. Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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