Gesichtserkennung bei Facebook Facebook is watching you

Gesichter-Erkennung bei Facebook: Wer auf einem neu geposteten Foto erscheint, kann nun von seinen Kontakten direkt identifiziert werden – das Netzwerk schlägt netterweise den Namen vor

 

BERLIN Das soziale Netzwerk Facebook hat 600 Millionen Mitglieder, die meisten von ihnen stellen Fotos online – von der Abschlussfeier, dem Urlaub oder dem Besäufnis am Baggersee. Über die neueste Veränderung dürften sich nicht alle freuen: Künftig erkennt Facebook von selbst, wer auf einem gerade neu hochgeladenen Foto abgebildet ist – und ruft Freunde der Person dazu auf, das Bild zu beschriften.

Die Software zur Gesichtserkennung wurde im Dezember angekündigt und zunächst in den USA getestet. Nun erreicht das System – recht unbemerkt – die breite Masse. So funktioniert die Neuerung: Eine Software erkennt, wer auf den Fotos abgebildet ist, indem sie die Gesichter mit jenen von Personen vergleicht, die schon auf anderen Fotos benannt wurden. Demnach macht Facebook den Kontakten der Abgebildeten konkrete Namensvorschläge zum Beschriften. „Wenn Sie Bilder von der Hochzeit Ihres Cousins hochladen, werden wir Fotos von der Braut gruppieren und ihren Namen vorschlagen”, erklärt ein Facebook-Programmierer.

Ein Klick genügt, und eine Person ist künftig auf allen Bildern, auf denen sie zu sehen ist, auch namentlich markiert. Wer das nicht will, muss die Funktion ausstellen – und erst einmal wissen, wie das geht: Unter Konto –" Privatssphäre-Einstellungen –" Benutzerdefinierte Einstellungen muss man beim Unterpunkt „Freunden Fotos von mir vorschlagen” die Einstellung auf „gesperrt” umstellen. Bereits vergebene Namens-Tags können nachträglich gelöscht werden. Doch rausnehmen kann man nur Bilder, die man selbst eingestellt hat. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar sagte bereits im Dezember: „Es darf nicht sein, dass Nutzer des Dienstes befürchten müssen, künftig auf allen, gerade von dritten Personen eingestellten Bildern aufgerufen zu werden.” Ohne eine Einwilligung der Betroffenen dürfe dies nicht sein.

Die 152 Facebook–Freunde einer Holländerin dürfte all das kaum beeindrucken. Ihr Profil wird auch offline für immer sichtbar bleiben. Die Frau hat sich die Köpfe ihrer Bekanntschaften auf den Arm tätowieren lassen – und ein Video von der Aktion auf YouTube gestellt.

 

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