Gesetzesänderung gefordert Streitfall Containern: Zwei Olchinger Studentinnen vor Gericht

Containern ist in Deutschland illegal - zwei Frauen stehen deswegen nun vor Gericht. (Symbolbild) Foto: imago/Sabine Gudath

Zwei Studentinnen aus Olching haben im vergangenen Jahr aus dem Müllcontainer eines Supermarkts Lebensmittel entnommen. Nun müssen sie sich wegen besonders schweren Diebstahls vor Gericht verantworten.

München/Olching - In Deutschland landen jährlich um die 18 Millionen Tonnen noch genießbare Lebensmittel im Müll – eine gigantische Menge. Viele Bürger und Politiker finden dieses Ausmaß an Lebensmittelverschwendung untragbar. In der Tschechischen Republik und Frankreich beispielsweise, wurde es Supermärkten bereits verboten, noch genießbare Lebensmittel zu verschwenden.  

Ist Containern Diebstahl?

Um die Lebensmittelverschwendung einzudämmen und das Essen vor der Entsorgung zu bewahren, hat sich der Trend des Containern entwickelt. Containern, auch "Mülltauchen" genannt, bezeichnet letztendlich nichts anderes als das Mitnehmen weggeworfener Lebensmittel aus Containern, meist aus den Abfallbehältern von Supermärkten. Zwei Olchinger Studentinnen hatten nach diesem Prinzip im letzten Jahr Lebensmittel aus einem Müllcontainer eines Olchinger Supermarkts entnommen. Jetzt sind sie wegen schweren Diebstahls angeklagt. 

Politiker fordern die Entkriminalisierung von Containern 

Der Fall hat auch Politiker auf das Thema aufmerksam gemacht. "Zum einen muss Containern straffrei werden und zum anderen brauchen wir dringend Gesetze gegen Lebensmittelverschwendung", sagt der rechtspolitische Sprecher der Landtags-Grünen Toni Schuberl.

Auch die seit 2017 bestehende Partei mut bezieht klar Stellung und zeigt sich solidarisch mit den Studentinnen. Manni Maier, mut-Sprecher und Direktkandidat für Fürstenfeldbruck, äußert sich wie folgt: "Wir von mut sind der Überzeugung, dass das Thema politisch angegangen werden muss: durch gesetzliche Neuregelungen wie in anderen europäischen Ländern und durch eine Entkriminalisierung des Containerns".

Die Verhandlung vor dem Amtsgericht München geht am 30. Januar um 14 Uhr in die nächste Runde. 

In einer Petition fordern Unterstützer einen Freispruch für die beiden jungen Frauen. "Containern ist kein Verbrechen! Freispruch für Caro und Franzi" heißt es in der Petition auf der Plattform Campact. Sie richtet sich an die Bundesjustizministerin Katarina Barley und Markus Mosa, den Vorstandsvorsitzenden der Edeka AG.

 

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