Geschlossene Einrichtung in Pasing Haus für Problem-Kids sucht neuen Träger

Drei Meter hoch sind die Zäune, die den Neubau umgeben. Die jugendlichen Problemkids konnten ihn trotzdem überwinden. Foto: Nina Job

Die Stadt München sucht einen neuen Träger für das Jugendhilfezentrum in der Scapinellistraße. Günther Bauer von der Inneren Mission stellt das Projekt grundsätzlich in Frage

PASING -
Den drei Meter hohen Zaun um das Jugendhilfezentrum in der Scapinellistraße in Pasing und die Sicherheitsschleuse am Eingang hätte man sich von Anfang an sparen können. Dieser Auffassung ist Günther Bauer, Vorstand der Inneren Mission München und Mitgeschäftsführer des Evangelischen Hilfswerks, das die neue Fachambulanz für Gewaltstraftäter am Hauptbahnhof betreibt.

Eine geschlossene Jugendhilfeeinrichtung mitten in München hält Günther Bauer dagegen für zum Scheitern verurteilt. „Im dicht besiedelten Raum funktioniert so was nicht“, sagte er am Mittwoch zur AZ. Von daher werde das Evangelische Hilfswerk auch „mit 98-prozentiger Sicherheit“ kein Angebot für die Trägerschaft  abgeben.

Die 5,1 Millionen Euro teure Jugendeinrichtung in der Scapinellistraße steht seit Januar leer (AZ berichtete). Das Sozialreferat, das bislang Träger war, gilt mit seinem Projekt für „extrem dissoziale Jugendliche“ als gescheitert. Bereits nach wenigen Tagen flüchteten Jugendliche, es kam auch zu Gewalttätigkeiten. Die Suche nach Fachpersonal gestaltete sich sehr schwierig. Nun wird für die schwierige Aufgabe ein freier Träger gesucht, der auf diesem Gebiet bereits erfahren ist.

Günther Bauer glaubt nicht an einen Erfolg einer geschlossenen Jugendhilfeeinrichtung in München und plädiert für eine andere Nutzung der Scapinellistraße 17. "Für eine geschlossene Einrichtung muss man aufs platte Land."

 
 

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