Geschlagen, getreten, geschleift Tierquälerei: Milchvieh-Großbetrieb im Allgäu soll Kühe misshandeln

Tagelang liegt dieses Tier auf dem Hof im Sterben. Foto: Soko Tierschutz

Einer von Bayerns größten Milchviehbetrieben steht in Verdacht, seine Tiere schwer zu quälen? Außerdem soll auch das Fleisch der kranken Tiere in die Lebensmittelkette gelangt sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

 

Bad Grönenbach/Memmingen – Hinter Ofenkäse und Camembert steckt entsetzliches Tierleid. Das zeigen Aufnahmen der Tierrechtsorganisation Soko Tierschutz, die "SZ" und den ARD-Politmagazinen "Fakt" und "Report Mainz" übergeben wurden.

Es geht um einen Betrieb in Bad Grönenbach (Landkreis Unterallgäu), dessen Milch zu einem großen Teil von der Käserei Champignon für Produkte verwendet werde, die in vielen Supermarktregalen zu finden sind.

Betriebsleiter soll persönlich Tiere misshandeln

"Auf dem Betrieb mit tausenden Kühen werden Tiere systematisch Durst, Hunger und Gewalt ausgesetzt. Der dokumentierte Todeskampf der Tiere dauert bis zu neun Tage. Das Video zeigt wie der Betriebsleiter persönlich Kühe misshandelt", teilt die Soko Tierschutz mit. Wegen des Verdachts auf Tierquälerei hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen. Es werde geprüft, ob die Aufnahmen des Tierrechtsvereins authentisch seien, bestätigte die Staatsanwaltschaft Memmingen gestern.

Die Videoaufnahmen aus den Ställen zeigen, wie Kühe getreten und geschlagen oder mit einem Traktor durch einen Stall geschleift werden. Der Betreiber lehnte eine Stellungnahme zu den Vorwürfen zunächst ab. "Hier steht kriminelles Verhalten im Raum. Tierquälerei ist nicht hinnehmbar", teilte Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) mit. Sein Ministerium schaltete die Staatsanwaltschaft ein und forderte von der schwäbischen Regierung einen Sonderbericht über den Betrieb.

 

42 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading