Geschäfte, Kunden, Mieter Ein Jahr Hofstatt: Mehr als fünf Millionen Besucher

Vor einem Jahr: Bilder von der Hofstatt-Eröffnung. Foto: Katharina Alt

Nach einem Jahr Hofstatt in München kommt die Bilanz. Im April 2013 eröffnete die Passage: Wie es läuft, wer dort kauft und wie es weitergeht.

 

MÜNCHEN - Vormittag in den Osterferien, bei „Abercrombie & Fitch“ finden sich Teenagertrauben ein, vereinzelt tapern Väter hinterher, die wohl als Kreditkartenträger fungieren. Vor einem Jahr hat die Hofstatt ihre Pforten geöffnet, jetzt präsentiert der Hamburger Eigentümer Quantum Immobilien AG seine Bilanz.

Die Zahl der Besucher: Laut Quantum haben 2013 in acht Monaten 3,5 Millionen Menschen die Einkaufspassage besucht. Auf das ganze Jahr gerechnet ist damit die Fünf-Millionen-Grenze locker überschritten. An Samstagen zählte man 23000 Besucher an einem Tag. Seit der Eröffnung hat sich die Sendlinger Straße auf der Liste der meistfrequentierten deutschen Einkaufsstraßen von Platz 28 auf Platz 14 geschoben – an den Spitzenreiter Kaufingerstraße mit 15000 Besuchern pro Stunde kommt man damit aber noch lange nicht ran.

Die Besucherströme: 52 Prozent betreten die Passage von der Sendlinger Straße aus. Allerdings kommen 38 Prozent bereits über den Sattlerplatz. Der Platz vor der ehemaligen Post am Färbergraben war früher ein sperriger Parkplatz – jetzt ist dort ein Fußgängerweg, der die Hofstatt mit dem Kaufinger Tor verbindet. Viele gehen durch die Passage – so kommen 22 Prozent in der Hackenstraße wieder raus. „Mit der Eröffnung der Hofstatt hat sich die Frequenz in der Hackenstraße stark entwickelt, was sich natürlich auch auf unser Geschäft positiv ausgewirkt hat“, sagt Bernd Ehrengart vom Einrichtungsladen Lambert in der Hackenstraße. Nicht alle Geschäfte brummen deswegen gleich, bei einigen sei noch „Luft nach oben“, heißt es.

Die Kundschaft: Mehr als 60 Prozent der Besucher sind Münchner, 68 Prozent sind weiblich. Die größte Gruppe ist mit 23 Prozent zwischen 20 und 29 Jahre alt – die Alterstruktur ist insgesamt aber sehr gemischt. Mit 14,4 Prozent sind die 16 - bis 19-Jährigen ungefähr genauso stark vertreten wie die über 60-Jährigen (14,8 Prozent). 46 Prozent sind Angestellte, 24 Prozent sind Schüler, Studenten und Azubis.

Die Mieter: 24 Einzelhandelsmieter verkaufen ihre Ware auf 15000 Quadratmetern, darunter sind die Marken „Abercrombie & Fitch“, „Adidas“ und „Hollister“, die vorher keine eigenen Läden in München hatten. Neu eröffnen wird im alte Sport-Scheck-Haus im Herbst die hochpreisige Marke von H&M, das Label „& Other Stories“ . 18000 Quadratmeter sind Büroflächen, davon sind allerdings noch 6000 unvermietet. Die 9000 Quadratmeter Wohnfläche waren schnell verkauft. Wer sich einmieten will, kann das in der Hackenstraße 4 tun – mit dem nötigen Kleingeld: 92 Quadratmeter kosten 2740 Euro warm, 256 gibt es für 5690 Euro.

Die Bilanz: Die Hofstatt-Eigentümer jubilieren. Sie rechnen damit, dass die Büroflächen in spätestens 18 Monaten komplett vermietet sind und plädieren für eine Ausweitung der Fußgängerzone bis zum Sendlinger Tor. Auch Johannes Peter Martin, Chef von Kaut-Bullinger in der Rosenstraße, sagt, man habe von der Hofstatt und dem neuen Stück Fußgängerzone in der Sendlinger Straße profitiert. Und Wolfgang Fischer von City Partner resümiert: „Das gesamte Umfeld für Handel und Gastronomie hat deutlich an Attraktivität gewonnen.“

 

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