Geringe Beute Spektakulärer Juwelier-Einbruch: Auto als Rammbock

Die Tür des Juwelierladens ist provisorisch geflickt. Das Glas an der Säule ist komplett zersplittert. Foto: Job

In Laim fahren Diebe mit einem gestohlenen Ford rückwärts in ein Juweliergeschäft.

München - Mit einem Auto als Rammbock haben Einbrecher Sonntagnacht die Ladentür eines Juweliergeschäftes in Laim zertrümmert. Die Diebe richteten erheblichen Schaden an, machten aber nicht viel Beute.

Gegen 3 Uhr zerreißt ein lauter Rumms die nächtliche Stille in der Agnes-Bernauer-Straße. Anwohner schrecken aus dem Tiefschlaf. "Ich dachte, da ist ein Unfall passiert", erzählt eine Frau. Auch Walter Stetter, der in der Hausnummer 83 ein Juweliergeschäft betreibt, wacht auf. Wenn in seinem Laden die Alarmanlage ausgelöst wird, wird er automatisch benachrichtigt.

Um 3.05 Uhr geht der Alarm bei der Polizei ein, nur vier Minuten später sehen zwei Beamte von der Verkehrsüberwachung ganz in der Nähe einen Ford Escort davonrasen. Der Wagen ist am Heck beschädigt.

Die Polizisten nehmen sofort die Verfolgung auf, doch sie erwischen die Einbrecher nicht. Später stellt sich heraus, dass das Auto kurz zuvor gestohlen worden war.

Mustereheringe als Beute

Die Einbrecher – vermutlich ein Mann und eine Frau – lassen den Wagen stehen, entkommen zu Fuß. Auch ein Polizei-Hubschrauber, der noch lange über der Stadt kreist, findet die Täter nicht mehr.

Rund zwölf Stunden nach dem Einbruch ist Juwelier Walter Stetter immer noch mit Aufräumen beschäftigt. Die Feuerwehr hat die Panzerglas-Scheibe in der Tür, die in mehrere Teile zerbrochen ist, provisorisch wieder eingesetzt. Walter Stetter hat in der Nacht kein Auge mehr zugetan. "Die Einbrecher haben 72 Musterringe mitgenommen. Die sind nicht viel wert", berichtet er müde. Vor neun Jahren ist bei ihm schon einmal eingebrochen worden. Doch der Juwelier macht weiter. Am Montag will er wieder öffnen. 

 

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