Gericht verhängt hohe Geldstrafe „Hitlergruß“ kostet 4500 Euro

Maria A. (43, r.) vor dem Münchner Amtsgericht. Sie hat sich erst mit einem Wirt angelegt – und dann mit der Polizei. Foto: th

Eine 43-Jährige will erst ihre Essensrechnung nicht zahlen – dann beleidigt sie die Polizei.Jetzt muss die Managerin deswegen tief in die Tasche greifen.

 

München  - Das ist selbst für Managerin Marie A. (43) ein teures Abendessen gewesen: 4500 Euro Strafe (50 Tagessätze) muss sie bezahlen, weil sie die hohe Rechnung beim Inder „Goa“ nicht akzeptieren wollte. Und dann auch noch der alarmierten Polizei den Hitlergruß gezeigt hat.

Vor dem Münchner Amtsgericht weint und schluchzt Marie A.: „Ich bin damals arbeitslos gewesen und der Wirt wollte mich zweimal abkassieren. Die Polizei ist nur auf mich los. Warum haben sie die Rechnung nicht überprüft?“ Es ist der 8. September 2013. Die geschiedene Irin sitzt mit Freunden beim Inder. Sie feiert ihren neuen Job.

Als die Freunde gehen, zahlt auch Maria A. ihre Rechnung in Höhe von 26,50 Euro. Sie bleibt auf einen Absacker. Sie gibt vor Gericht zu: „Ich bin beschwipst gewesen. Aber nicht betrunken.“ Schließlich habe sie bemerkt, dass in der Abschlussrechnung von 85 Euro die 26,50 Euro nochmals draufgeschlagen worden waren.

Als sie sich weigert, den vollen Betrag zu bezahlen, ruft der Wirt die Polizei. Dann heißt es: zahlen oder Festnahme. Widerwillig zieht Maria A. ihre EC-Karte und sagt: „Fuck you, fucking Cops!“ Die Beamten ignorieren die Beleidigungen. Aber als sie sich mit einem Hitlergruß verabschiedet, reicht es der Polizei. Sie stellen eine Anzeige.

Vor Gericht fordert die Staatsanwältin 7000 Euro Strafe – Verteidiger Maximilian Müller eine Verwarnung mit Strafvorbehalt. Das heißt: Sollte Maria A. in einem gewissen Zeitraum wieder etwas anstellen, muss sie zahlen. Der Richter erkennt durch die Kontoauszüge von Marie A., dass der „Goa“-Wirt zweimal abkassieren wollte – sagt aber: Das sei kein Grund, die Beamten zu beleidigen

 

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