Gericht Adoptivsohn (15) vergewaltigt

Rücksprache mit Anwalt Markus Meißner: Carl T. soll seinen Adoptivsohn vergewaltigt haben. 130 Mal. Foto: John Schneider

Der Mann (39) soll den Buben über 130 Mal missbraucht und geschlagen haben. So brutal, dass der Bub nach den Sex-Attacken regelmäßig blutete.

 

MÜNCHEN - Die Anklage liest sich wie das Drehbuch eines Horrorfilms. Über 130 Mal soll Carl T. (39, alle Namen geändert) seinen Adoptivsohn Ismael (15) vergewaltigt haben. Und zwar so brutal, dass der Bub nach den Sex-Attacken regelmäßig blutete. Der Gastronom aus Trinidad muss sich wegen schweren sexuellen Missbrauchs, Vergewaltigung und vorsätzlicher Körperverletzung verantworten.

Das Martyrium von Ismael dauerte anderthalb Jahre. Carl T. schlug den Buben, drohte ihm, dass er ihn zurück nach Trinidad schicken würde, wenn er ihm nicht zu Willen sei. Ismael hatte anfangs noch versucht, seinen Peiniger wegzuschubsen. Ohne Erfolg. Wenn er nicht spurte, setzte es Hiebe.

Carl T. soll dabei nicht nur mit seinen Fäusten, sondern auch mit dem Ledergürtel und einem Plastik-Schuhlöffel zugeschlagen haben. Angesichts der körperlichen Überlegenheit seines Adoptivvaters habe Ismael sich dann nicht mehr gewehrt.

Die Anklage geht davon aus, dass der Bub (angeblich 15) zu Beginn der Übergriffe zwölf oder 13 Jahre alt war. Doch das Alter von Ismael ist durchaus umstritten. Zwar gibt es ein medizinisches Gutachten, das diese Altersangabe stützt. Aber der Angeklagte erklärte gestern, dass das Dokument, mit dem Ismael 2008 von Trinidad nach Deutschland einreiste, gefälscht sei. Der Bub sei tatsächlich zwei oder drei Jahre älter.

An den schweren Vorwürfen ändert das wenig. Carl T. ist teilweise geständig. „Aber es sind deutlich weniger Fälle und auch über einen weniger langen Zeitraum”, erklärte sein Anwalt Markus Meißner.
Der Bar-Betreiber hat inzwischen zwei kleine Kinder mit seiner neuen Frau. Vor Gericht erzählte er, er habe in Trinidad bereits einst mit einem „Sohn” gelebt, der nicht von ihm gewesen sei. Das hätte dessen Mutter bestätigt. Das Kind habe er dennoch als eigenes akzeptiert. „So ist das in der Karibik”, sagt Carl T. Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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