Geld Gericht: 150.000 Euro für gefeuerten HRE-Banker

Freude beim Ex-HRE-Chef Georg Funke Foto: dpa

MÜNCHEN - Das Landgericht München I hat dem nach dem Milliardendebakel der HRE entlassenen Bankchef Georg Funke nachträgliche Lohnzahlungen zugesprochen. Die HRE will das Urteil jedoch nicht akzeptieren.

 

Mit der Entschiedung am Freitag verurteilte das Gericht denverstaatlichten Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate dazu, Funke 150.172,03 Euro plus Zinsen als Gehalt für Januar und Februar 2009 zu bezahlen. Die Entscheidung ist allerdings erstvorläufig. Die HRE hat bereits angekündigt, das Urteil nicht zuakzeptieren und vorläufig nicht zu bezahlen.

Funke war nach dem Beinahe-Zusammenbruch der Bank, der nur mitMilliardengarantien und Geldspritzen des Staates verhindert werdenkonnte, im Dezember 2008 fristlos gekündigt worden. Er hatte dieZahlungen im Rahmen eines sogenannten Urkundsprozesses eingeklagt.

Dabei sind nur schriftliche Unterlagen als Beweise zugelassen, wasdie Möglichkeiten der Bank deutlich geschmälert hatte. Das sprachauch der Vorsitzende Richter Helmut Krenek in seinerUrteilsbegründung an: Viele grundsätzlich mögliche Gründe für eineaußerordentliche Kündigung ließen sich ohne Zeugen undSachverständige schlicht nicht beweisen.

In einem Nachverfahren, das die HRE nun anstrebt, würden dieseEinschränkungen allerdings nicht mehr gelten. Die Bank erklärte, siesei "zuversichtlich, dass das Gericht unserer Rechtsauffassungfolgen wird".

Parallel zum Streit um die 150.000 Euro läuft eine zweite KlageFunkes gegen seine Kündigung. Dabei geht es um 3,5 Millionen Europlus Rentenzahlungen. Rechnet man ehemalige Vorstandsmitgliederhinzu, die mit Funke klagen, geht es sogar um 7,5 Millionen Europlus Renten. In diesem Verfahren ist der nächster Termin allerdingserst für Anfang 2011 angesetzt.

(dapd)

 

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