Geld BMW: Früher mehr Geld - Geldsegen nach der Krise

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MÜNCHEN - Die Mitarbeiter sollen am Aufschwung teilhaben: Die Münchner Unternehmen BMW und Infineon ziehen die für April geplante Tariferhöhung vor. Endlich brummen die Geschäfte wieder.

 

Gute Nachrichten für viele Beschäftigte in München: Mit BMW und Infineon ziehen gleich zwei große Firmen jetzt ihre eigentlich erst für April geplanten Tariferhöhungen vor. Beim Autobauer BMW wurden die Mitarbeiter am Dienstag ab den frühen Morgenstunden darüber informiert, dass sie früher als geplant mit der 2,7-prozentigen Erhöhung rechnen können.

Das bestätigte BMW-Sprecher Michael Rebstock der AZ. „Fakt ist, dass wir wieder sehr gut dastehen. Wir haben eine stärkere Position im Weltmarkt als vor der Krise“, so Rebstock. „Das ist die maßgebliche Leistung unserer Mitarbeiter, die wir damit honorieren wollen. Im Juli vergangenen Jahres hatten wir ja bereits eine Sonderzahlung geleistet.“

Damals gab es im Schnitt 1060 Euro pro Mitarbeiter. Noch im November hatte BMW-Chef Norbert Reithofer – mit Verweis auf die Sonderzahlung vom Sommer – eine Vorziehung der Tariferhöhung in 2011 ausgeschlossen. Im Krisenjahr 2009 habe man außerdem – anders als andere Autobauer – die Tariferhöhung nicht nach hinten verschoben, sondern pünktlich ausbezahlt. Jetzt hat sich der Konzern offenbar umentschieden: „Der Aufschwung verlangt unseren Mitarbeitern ja auch einiges ab“, sagt Rebstock. Zum Beispiel müsse man wegen der guten Auftragslage Zusatzschichten fahren.

Auch die Mitarbeiter beim Halbleiterhersteller Infineon können sich zwei Monate früher als geplant über mehr Geld freuen: Ab 1. März erhalten die Tarifbeschäftigten in Bayern eine Einkommenserhöhung von 2,0 Prozent. Am Standort Warstein gilt bereits seit gestern ein um 2,7 Prozent höheres Tarifgehalt. Am tariffreien Standort Dresden sollen die Gehälter ab 1. April um 2,1 Prozent steigen. Zusätzlich erhalten die Beschäftigten dort einmalig eine Zahlung von 126 Euro.

Grund für den Geldsegen ist auch bei Infineon die wieder kräftig brummende Automobilindustrie: Der Chiphersteller startete mit einer Prognoseanhebung ins Geschäftsjahr 2011. Erwartet wird ein Umsatzplus um die 15 Prozent, bisher war man nur von zehn Prozent ausgegangen. „Die Zeit der schlechten Zahlen ist vorbei“, sagt Vorstandschef Peter Bauer.

Das sollen offenbar auch die Beschäftigten zu spüren bekommen – und am Aufschwung teilhaben: Bereits im vergangenen Herbst hatte der Ingolstädter Autobauer Audi, der Kugellagerhersteller SKF und der Autozulieferer Bosch angekündigt, schon ab Februar die Tariferhöhung auszuzahlen. Auch Siemens und der Automobilzulieferer Schaeffler wollten die Tariferhöhung vorziehen.

Kehrseite der Medaille: Gleichzeitig hat die Leiharbeit massiv zugenommen, klagen Gewerkschafter – „besonders in der Metallbranche“, sagt IG Metall-Chef Berthold Huber. „Firmen vergeben immer mehr befristete Verträge und übernehmen immer weniger Auszubildende.“ Inzwischen sind in Deutschland fast eine Million Menschen in der Leiharbeit beschäftigt. zo

 

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