Geld BayernLB: Geschäftgeheimnisse im Internet

Die Preisgabe vertraulicher Bankinformationen kann die angeschlagene BayernLB hart treffen. Foto: dpa

MÜNCHEN - Attac stellt brisantes Gutachten ins Netz – der Landtag will Strafanzeige erstatten. Die BayernLB wird durch diese Veröffentlichungen sicherlich nicht leichter aus der Krise finden.

 

Das kann dem bayerischenSteuerzahler teuer zustehen kommen: Im Internetsind jetzt auch brisante Betriebs-und Geschäftsgheimnisseder BayernLB veröffentlicht-mit allen Zahlen und Risiken.Ein gefundenes Fressenfür die Konkurrenz. „Das ist,wie wenn man einen Gebrauchtwagengut verkaufenwill, und der Mechaniker, derihn zuletzt überholt hat, stelltalle Mängeln und den tatsächlichenWert ins Internet“, soein Insider zur AZ. Der bayerischeLandtag will nun Strafanzeigeerstatten.

Diesmal ist es nicht wiederWikileaks, sondern die fürihre Globalisierungs-Kritik bekannteOrganisation Attac (attac.de), die ein größtenteils geheimesGutachten zu den USHypothekenanleihender angeschlagenenStaatsbank im Internetveröffentlicht hat.

Das Gutachten in Auftrag gegebenhatte der Landtag beider Kanzlei Flick/Gocke/Schaumburg. Sie sollte untersuchen,ob Vorstände und Verwaltungsrätefür den Milliardenschadenverantwortlichgemachtwerden können. Für 24Milliarden Eurohatten die Bayern-Banker ABS-Papiere gekauft.Deren Wert schmolzmit der Finanzkrise. Der befürchteteSchaden liegt beisechs Milliarden Euro. Fastdoppelt so viel wie bei derHypo Alpe Adria (3,7 MilliardenEuro Schaden).

Für seine Arbeit hatte dieKanzlei Flick/Gocke/SchaumburgZugang zu allen Internader Bank. Präzise beschreibtsie, wie die ABS-Portfolien derBayernLB zusammengesetztsind, welchen Wert jedes einzelnePaket hat, welches Risikoes birgt – und wie die Entscheidungenfür den Kauf getroffenwurden. Politisch brisantsind nur die letzten Seiten:Das Fazit des Gutachtensist, dass „Vorstandsmitgliederin schwerwiegender Weiseschuldhaft ihre Überwachungspflichtverletzt“ hätten.Im Landtag herrscht Fassungslosigkeitüber die Veröffentlichung.

Der CSU-AbgeordneteErnst Weidenbusch, Chefder BayernLB-Kommission,sagt zur AZ: „Ich befürchte,dass der Landesbank damitein echter finanzieller Schadenentsteht.“ Der GrüneBank-Experte Eike Hallitzkykritisiert: „Die hätten die Geschäftsgeheimnisseschwärzenmüssen. Das ist unverantwortlich.“Jeder Käufer könnenun nachlesen, wie sehr dieBayernLB unter Druck stehe.

Die hängt ihr Outing im Internetganz tief, um keinenKonkurrenten aufmerksam zumachen, was er da alles nachlesenkann. Bankintern heißtes: „Natürlich stehen da Dingedrin, die wir als Bank nie veröffentlichthätten.“

 

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