Geld Auf und davon? Das wird 2011 kostspielig

Der Billigflieger Ryanair reagierte prompt auf die neue Ticketsteuer: Mehr als die Hälfte der Flüge gibt es ab dem Sommerfahrplan nicht mehr. Foto: dpa

WEEZE/MÜNCHEN - Fliegen wird ab kommenden Jahr teuerer. Die neue Ticketsteuer belastet Flüge mit bis zu 45 Euro. Sie soll eine Milliarde Euro bringen

 

Wer beim Fliegen mit jedem einzelnen Euro rechnet, wird es sich im kommenden Jahr zweimal überlegen, bevor er ein Ticket kauft: Die Bundesregierung hat im September eine neue Ticketabgabe beschlossen, die ab Januar erhoben wird. Für Kurzstrecken beträgt sie acht Euro pro Flug, für Mittelstrecken über 2500 Kilometer 25 Euro, für Langstrecken ab 6000 Kilometer 45 Euro.

Die Abgabe soll eine Milliarde Euro in die Kassen des Bundes spülen. Ausgenommen sind Kleinkinder bis zu zwei Jahren, die normalerweise auf dem Schoß der Eltern mitfliegen. Weitere Ausnahmen: Für Flüge auf die Kanaren und nach Madeira werden nur acht Euro verlangt, obwohl es sich nicht um Kurzstrecken handelt. Flüge nach Russland kosten ebenfalls acht Euro.

Theoretisch könnten die Airlines die Abgabe selbst bezahlen – in der Praxis werden sie sie aber wohl auf die Ticketpreise umlegen. Der Billigflieger Ryanair hat bereits Konsequenzen aus dem Spargesetz gezogen. Im Oktober strich er viele Verbindungen nach Frankfurt-Hahn. Ab dem Sommerflugplan 2011 will das Unternehmen wöchentlich 414 Flüge weniger anbieten. Auch die Verbindung zwischen Memmingen und Bremen wird wieder eingestellt. Damit werden mehr als 56 Prozent der Ryanair-Verbindungen gestrichen.

Der Bundesverband Deutsche Tourismuswirtschaft geht sogar davon aus, dass die Airlines pro Jahr sechs Millionen Passagiere weniger befördern werden. Damit seien 15000 Jobs gefährdet. Deutschland steht mit der Abgabe allerdings nicht allein da: Auch Österreich führt eine Extrasteuer ein.

 

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