Gekaufte Facebook-Likes? Landshut: Skandal bei der Dultprinzessin-Wahl

Bei der Wahl zur ersten Landshuter Dultprinzessin soll es zu einem Skandal gekommen sein. Foto: Screenshot www.festhalle-schmidt.de

Bei der Wahl zur ersten Landshuter Dultprinzessin soll es zu einem Skandal gekommen sein. Für zwei Kandidatinnen sind offenbar im Ausland Facebook-Likes gekauft worden. Wahl-Veranstalter Patrick Schmidt hat die Reißleine gezogen.

 

Landshut - Ein Wettbewerb, 23 Kandidatinnen. Nur eine von ihnen kann Landshuts erste Dultprinzessin 2019 werden. Da ist es fast schon nicht verwunderlich, dass beim Kampf um die begehrte Krone die Ellenbogen ausgepackt werden.

Unschön wird es aber dann, wenn tatsächlich mit unfairen Mitteln gekämpft wird. Deshalb musste Festwirt Patrick Schmidt, Veranstalter des Wettbewerbs, vergangenes Wochenende das Voting stoppen und noch einmal von vorne beginnen.

Deutlich fairer soll die Abstimmung, die noch bis zum 17. April (15 Uhr) läuft, nun über die Homepage des Festwirts ablaufen. Die Wahl ist seit Samstagabend schon wieder voll im Gange.

Wahl zur Landshuter Dultprinzessin - wurden im Ausland Facebook-Likes gekauft?

Dabei sollte die Wahl für alle eine schöne Sache werden: Schon seit geraumer Zeit gibt es bekanntlich keine Miss-Wahl mehr auf der Dult – das durchaus beliebte Konzept entwickelte sich über die Jahre zu einem Auslaufmodell.

Festwirt Patrick Schmidt, der im März bekannt gab, dass er für die Frühjahrsdult nun erstmals eine Dultprinzessin sucht, versucht dem Ganzen einen neuen Dreh zu verpassen. Gesucht wird keine Dame mit Modelmaßen, sondern ein sympathisches Gesicht, eine Rampensau die weiß, wie auf einer Dult gefeiert wird.

Voraussetzungen für die Teilnahme gab es deshalb so gut wie keine. Die Damen konnten sich mit einem Foto beim Festwirt bewerben. Per Online-Abstimmung auf Facebook (Gefällt-mir-Damen hoch) sollten die Landshuter ihre Favoritin küren. Schmidt: "Wir haben jede Bewerberin zugelassen und bewusst nicht selektiert. Jede der 23 Kandidatinnen, das war uns wichtig, sollte eine Chance bekommen."

Dultprinzessin-Wahl - Online-Abstimmung auf Facebook

Warum einige Damen aber dann doch nicht ganz fair gespielt haben, liegt vielleicht am Preis, den die Dultprinzessin gewinnen kann.

Neben der Krone und der Teilnahme an den Eröffnungstagen hat die künftige Prinzessin nämlich einen Anspruch auf die sogenannte Dult-Flatrate in der Festhalle Schmidt. Die Flatrate beinhaltet für beide Landshuter Dulten 2019 einen reservierten Tisch an jedem Tag. Und weil die Dultprinzessin nicht auf dem Trockenen sitzen soll, wollte Schmidt dazu täglich zehn Biermarkerl und eine Brotzeit für den ganzen Tisch spendieren. Der Gesamtwert des Preises liegt bei etwa 4.500 Euro.

Etwa vier Kandidatinnen konnten sich laut Schmidt in den vergangenen Wochen absetzen und waren in der Favoritenrolle. Doch dann traten plötzlich Unregelmäßigkeiten bei der Facebook-Abstimmung auf, die sich der Festwirt nicht erklären konnte: "Auffällig waren starke Like-Sprünge bei zwei Kandidatinnen. Eine hatte innerhalb von nur einer Minute statt 600 plötzlich 1.200 Likes. Eine Weitere schaffte es von 500 an einem Vormittag erst auf 1.400. Am nächsten Tag sogar innerhalb von Minuten auf über 4.000", so der Festwirt.

Spätestens dann kamen dem Festwirt Zweifel auf, ob der Wettbewerb noch fair zu Ende geführt werden kann. Schmidt:

Plötzlich traten Unregelmäßigkeiten bei der Facebook-Abstimmung auf

"Wir haben etwa 50 Personen rausgesucht, die abgestimmt hatte und angeschrieben. Dabei mussten wir feststellen, dass diese aus Russland, Griechenland und den arabischen Ländern kommen." Geantwortet habe keine der Personen auf die Anfrage. "Da war uns klar, dass es sich um gekaufte Facebook-Likes handeln muss", so Schmidt.

Nun geht die Wahl bis zum 17. April also noch einmal von vorne los. Schmidt hat alle Kandidatinnen angeschrieben und informiert. Disqualifiziert worden ist aber niemand. "Wir können nicht nachweisen, ob die Damen etwas mit den Fake-Accounts zu tun haben – oder ob es jemand aus ihrem Bekanntenkreis nur etwas zu gut gemeint hat", sagt Schmidt.

Schmidt: "Uns ist wichtig, dass das Voting regional bleibt"

Dennoch ist der Abstimmungs-Skandal für Schmidt mit nicht unerheblichen Kosten verbunden. "Eine Werbeagentur hat für mich das Wochenende durchgearbeitet und eine neue Abstimmung auf unserer Homepage eingerichtet."

Dort werden IP-Adressen erkannt, abgestimmt werden kann jetzt nur noch einmal. IP-Adressen aus dem Ausland sind blockiert. Schmidt: "Uns ist wichtig, dass das Voting regional bleibt. Schließlich sollen die Landshuter mit Bezug zur Dult ihre Kandidatin wählen." Etwas verärgert ist der Festwirt dennoch: "Bedauerlicherweise wurde uns diese schöne Sache, die bisherigen Stimmen, die Arbeit der Kandidatinnen und die Unterstützung kaputtgemacht."

Abgestimmt werden kann unter www.festhalle-schmidt.de.

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