"Ein brutales Foul" EHC-München: Nach Horror-Check - Strafe für Steve Pinizzotto steht fest

, aktualisiert am 30.03.2018 - 18:14 Uhr
Steve Pinizzotto wird von der DEL für mehrere Spiele gesperrt. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

EHC-Raubein Steve Pinizzotto wird von der DEL nach seinem Horror-Check aus dem Verkehr gezogen. Auch eine Geldstrafe wird fällig.

München - Das Sünderbankerl kennt Strafbank-König Steve Pinizzotto besser als sein Wohnzimmer, doch jetzt verbannt die DEL das Raubein des EHC Red Bull München für fünf Spiele auf die Tribüne!
Auf Antrag der Mannheim Adler hatte die DEL am Freitag ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. "Nach Ansicht der Beweismittel ist der Disziplinarausschuss der Ansicht, dass hier ein Check gegen den Kopf oder Nacken gemäß IIHF Regel 124 vorliegt", erläuterte der Disziplinarausschuss die Sperre. Zudem wurde der 33-Jährige mit einer Geldstrafe belegt.

Es war einer dieser Auftritte, die Pinizzotto seinen Ruf als Psycho auf dem Eis eingebracht und zum meistgehassten Akteur der Liga gemacht haben. Im ersten Playoff-Spiel der Halbfinal-Serie (Best of seven) gegen Mannheim am Donnerstag donnerte er wie ein wilder Stier Nationalspieler Matthias Plachta mit der Urgewalt seiner 100 Kilogramm in die Bande. Direkt vor den Augen des Schiedsrichters.

Adler-Verantwortliche außer sich

Was im ersten Moment noch wie ein gewaltiger, aber regelkonformer Check aussah, entpuppte sich in der Zeitlupe als Brutalo-Aktion, denn Pinizzotto traf Plachta mit dem Ellenbogen gegen den Kopf/-Halsbereich. Der Mannheimer blieb regungslos auf dem Eis liegen.

"Pinizzotto hat bewusst versucht, einen unserer Topscorer vorsätzlich zu verletzen und aus dem Spiel zu nehmen", sagte Adler-Gesellschafter Daniel Hopp später. Adler-Pressesprecher Adrian Parejo legte bei Sport1 noch einen drauf: "Pinizzotto hat mit Absicht versucht, einen Top-Spieler aus dem Spiel zu nehmen. Das ist ihm leider auch gelungen. Es war ein brutales, übles Foul." Ein weiterer Einsatz von Plachta in der Serie gegen München sei mehr als fraglich.

Pinizzotto hatte zudem direkt nach dem Check nichts Besseres zu tun, als sich über Plachta zu stellen und diesen als Schauspieler zu beschimpfen. Es folgten bange Minuten, denn Plachta rührte sich kaum, die Ärzte sprinteten aufs Eis. Unterdessen lieferten sich Pinizzotto und Mannheims Kraftpaket David Wolf, der aber lieber gewartet hatte, dass genug Schiedsrichter zum Schlichten vor Ort waren, ein nicht jugendfreies Wortgefecht. Dafür bekamen die Streithähne je eine Zwei-Minuten-Strafen aufgebrummt.

Pinizzotto provoziert nach seinem Brutalo-Foul

Endlich Ruhe und Frieden? Mitnichten! Beleidigungen der untersten Schublade flogen zwischen Wolf und Pinizzotto zwischen den Strafbänken hin und her. Nach Ohrenzeugen-Berichten forderte Wolf Pinizzotto auf, den Streit nach der Strafe auf dem Eis mit Fäusten zu klären. Pinizzotto provozierte zudem die Mannheimer Fans mit Gesten. Er deutete an, dass sich Plachta nur schlafend stellen würde.

Kaum, dass die Strafe abgelaufen war, lief Pinizzotto aufs Eis, warf die Handschuhe weg, um sich mit Wolf zu prügeln. Doch der Mannheimer, dem nachgesagt wird, dass sich sein Kampfeswille minimiert, je größer, stärker und härter sein Gegner ist, stürmte an ihm vorbei. Pinizzotto bekam eine Zehn-Minuten-Strafe wegen "unsportlichen Verhaltens". Mannheims Trainer Bill Stewart, selbst für seine Unsportlichkeit berüchtigt, da er schon mal Ohnmachtsanfälle auf der Bank vortäuscht, um seinem Spieler die Zeit zu geben, die Kufen nachschleifen zu lassen (DEL-Finale 2001 gegen die München Barons), prangerte die Referees an. "Von der ersten Sekunde an waren deren Leistungen unterdurchschnittlich. Das war ein Witz, sie haben das zu einem Zirkus gemacht", sagte Stewart, "ich würde nicht wollen, dass meine Spieler so agieren wie er (Pinizzotto, Anm. d Red). Und ich bin sicher, dass Donny auch nicht akzeptiert, was er gemacht hat."

Gemeint ist EHC-Coach Don Jackson. Der beurteilte die Situation vor genauem Videostudium als "sauberen Hit" und meinte, dass Pinizzotto sich zuletzt sehr diszipliniert verhalten, kaum noch Kämpfe gehabt habe. Anders als vor drei Jahren, als er in die DEL kam und in seinem ersten Heimspiel Mannheims Denis Reul bei einer Schlägerei einen doppelten Kieferbruch verpasst hatte.
Wegen des Pinizzotto-Eklats ging das Spiel fast unter. Der EHC setzte sich in einer hochklassigen und harten Partie mit 4:2 durch (Tore München: Kastner, Kahun, Wolf (2)). Partie zwei der Serie findet am Samstag (18.45 Uhr) in Mannheim statt.   

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