Gegner des FC Bayern Chelsea setzt alles auf die Final-Karte

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Beim 1:4-Debakel des FC Chelasea gegen Liverpool schont Coach Di Matteo die Stars – und steht unter Druck.

 

Liverpool - Allein angesichts des Ergebnisses könnte sich mancher Fan des FC Bayern gefreut haben: Chelsea verliert 1:4 in Liverpool. Ein Spiel, das gut und gerne auch 2:7 hätte enden können. Die Blues werden in der Liga nur Sechster, sind so schlecht wie seit zehn Jahren nicht mehr. „Die hauen wir weg”, mag mancher leise gedacht haben. Man könnte aber auch sagen, der FC Chelsea habe alles richtig gemacht. Von den zwei Spielen gegen den FC Liverpool binnen drei Tagen gewannen die Blues das wichtigere, das FA-Cup-Finale (2:1), und schenkten dafür das Liga-Spiel an der Anfield Road her.


„Wir haben viele Punkte im Laufe der Saison liegen lassen, es kam auf dieses eine Spiel nicht mehr an”, sagte Interimscoach Roberto Di Matteo. Doch da wäre eben noch die kleine Chance auf Platz vier gewesen, die Chelsea mit einem Sieg am Leben gehalten hätte. Nun heißt es: Sieg in München – oder Europa League. Di Matteo schien das bewusst in Kauf zu nehmen, immerhin hatte er auf acht Positionen rotieren lassen. John Terry, Branislav Ivanovic und Ramires spielten nur, weil sie in München gesperrt fehlen werden. Keeper Petr Cech bekam dagegen ebenso eine Pause wie Ashley Cole, Frank Lampard, John Mikel, Juan Mata und Didier Drogba. „Das war kein Risiko. Wir haben ein frisches Team aufgeboten, weil ich dachte, damit haben wir mehr Chancen”, rechtfertigte sich Di Matteo halbherzig.


19 Spiele hat Chelsea seit Di Matteos Übernahme am 6. März absolviert, davon zwölf gewonnen, da schwinden langsam die Kräfte. Für das Champions-League-Finale war das 1:4 also eher ein Muster ohne Wert. Vor allem, weil sich Di Matteo in Abwesenheit der verletzten Innenverteidiger Gary Cahill und David Luiz nicht mal ein Bild von einer möglichen Finalabwehr ohne die gesperrten Terry und Ivanovic machen konnte. „Natürlich muss ich mir Gedanken darüber machen, wie wir spielen werden und wer am besten in unser Team passt”, sagte Di Matteo.


Für Cahill und Luiz ist es längst ein Wettlauf gegen die Zeit, zum Einspielen bleibt nur noch die letzte Premier-League-Partie am Sonntag gegen die bereits abgestiegenen Blackburn Rovers. „Ich tue alles, um fit zu werden”, sagte Luiz noch am Wochenende. „Jeder träumt davon, im Finale dabei zu sein – und ich werde dabei sein.” Wenn nicht, muss Di Matteo improvisieren und zum Beispiel auf Außenverteidiger Paulo Ferreira oder den defensiven Mittelfeldspieler Michael Essien zurückgreifen.

 

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