Gegen punktgleiche Würzburger Bayern-Basketballer siegen im Verfolgerduell

Im Verfolgerduell konnte sich der FC Bayern um Trainer Svetislav Pesic gegen Würzburg durchsetzen. (Archivbild) Foto: dpa

Siege für die Titelfavoriten der Basketball-Bundesliga: Sowohl Bamberg als auch die Bayern gewannen am Samstag ihre Spiele. Die Münchner schlugen Würzburg und bleiben somit Dritter.

 

München - Die Basketballer des FC Bayern haben in der Bundesliga den dritten Tabellenplatz verteidigt. Die Münchner gewannen am zweiten Weihnachtsfeiertag im Verfolgerduell daheim klar mit 103:79 (53:42) gegen die bislang punktgleichen Baskets Würzburg.

Im Derby baute FCBB-Coach Svetislav Pesic auf die erste Fünf Anton Gavel, Bryce Taylor, Nihad Djedovic, Dusko Savanovic und John Bryant. Die Fans der Roten mussten 150 Sekunden auf die Führung ihres Teams warten: Nihad Djedovic versenkte den ersten Dreier der Münchner zum 5:4.

Für den ersten optischen Leckerbissen sorgte Bryce Taylor, der einen abprallenden Dreier-Versuch von Dusko Savanovic förmlich witterte und den Ball mit Schmackes in den Korb der Würzburger hämmerte (13:8/5. Spielminute). Die Würzburger spielten erwartet forsch auf und glichen zum 15:15 (7.) aus, aber dann fanden die Bayern zu ihrer Treffsicherheit von der Dreierlinie - Alex Renfroe und Paul Zipser steuerten jeweils einen Distanzwurf bei, Auszeit Würzburg (21:17/8.).

Ein bayerischer Ballverlust spielte den Franken in die Karten, mit einem 5:0-Mini-Lauf verkürzten die Gäste auf 23:22 zur ersten Viertelpause.

Dass die beiden bayrischen Kontrahenten punktgleiche Tabellennachbarn waren, wurde dann im zweiten Viertel offensichtlich, da sich keiner absetzen konnte: Die Bayern lagen immer wieder knapp vorne, aber die Baskets glichen stets prompt aus (29:29/13.). Doch plötzlich zündeten die Münchner den Turbo und legten sowohl defensiv als auch offensiv deutlich zu.

Höhepunkt war ein weiterer Dunking von Bryce Taylor, der dabei auch noch gefoult wurde und den ihm zustehenden Freiwurf sicher zur ersten zweistelligen Führung der Bayern verwandelte (41:31/15.). Der umtriebige Kapitän des Heimteams erzielte auch im weiteren Verlauf wichtige Treffer und trug maßgeblich dazu bei, den überzeugend in die Saison gestarteten Aufsteiger auf Distanz zu halten. Das Erreichen der Teamfoul-Grenze durch die Würzburger nutzten die Bayern gnadenlos aus, zogen immer wieder in die Zone und kassierten gerne die Fouls, denn die Trefferquote von der Freiwurflinie war sagenhaft gut: Bis zur Halbzeit, in die der Vizemeister mit einer 53:42-Führung ging, wurden alle 17 zugesprochenen Freiwürfe verwandelt.

Zum dirtten Viertel kamen die Münchner mit Wucht aus der Kabine, setzten die Franken enorm unter Druck und bekamen auch einen kurzzeitigen Hänger in den Griff  - 77:63 nach drei Spielabschnitten.

Im letzten Viertel gab FCBB-Trainer Svetislav Pesic dm 17-jährigen Bayern-Talent Richard Freudenberg die Gelegenheit, sein Können unter Beweis zu stellen. Der fackelte nicht lange und verwandelte den Sprungwurf cool zum 99:76 (38.). Paul Zipser knackte mit einem Dreier die 100 Punkte (102:76/18.).

Stimmen zum FCBB-Sieg

Svetislav Pesic, Cheftrainer FC Bayern Basketball: "Wir haben heute gegen einen sehr gut organisierten Gegner gespielt. Würzburg hat immer gekämpft und nie aufgegeben. Unsere Aufgabe heute war nicht einfach, und das Resultat ist vielleicht auch ein wenig zu hoch ausgefallen. Würzburg hat uns Paroli geboten, aber wir hatten am Ende einfach mehr Potenzial in unseren Reihen."

Paul Zipser, FC Bayern Basketball: "Wir haben heute nicht nur offensiv gut zusammengespielt, sondern auch in der Defense konzentriert zusammen gearbeitet. Wir haben gut Druck gemacht auf unsere Gegenspieler, das war sehr wichtig."

Doug Spradley, Cheftrainer Würzburg: "Die Bayern waren heute definitiv die überlegene Mannschaft. Ich war mit der gezeigten Intensität und Konzentration meines Teams überhaupt nicht zufrieden. Wir haben nicht die entsprechende Leistung gezeigt, die es braucht, um hier eine Chance zu haben. München hat in der zweiten Halbzeit sehr aggressiv verteidigt, und wir waren nicht bereit für den Kampf."

Bamberg bleibt Tabellenführer

Mit einem Sieg im Franken-Derby verteidigten die Brose Baskets Bamberg die Tabellenführung in der Bundesliga auch über das Wochenende hinaus. Der deutsche Meister bezwang medi Bayreuth am zweiten Weihnachtsfeiertag mit 86:77 (47:30). Vor 6800 Zuschauern war Nicolo Melli mit 14 Punkten erfolgreichster Werfer bei den Gastgebern, die den 13. Sieg im 15. Saisonspiel feierten. Für Bayreuth war bei der zehnten Saisonniederlage Kenneth Horton mit 21 Punkten bester Schütze. Die Bamberger setzten sich bereits in der ersten Halbzeit entscheidend ab, erst in der Schlussphase konnte Bayreuth noch verkürzen.

In der dritten Partie des Samstags gewannen die Löwen Braunschweig 67:63 (34:31) bei der BG Göttingen und drehten die Partie mit einer 7:0-Serie in den letzten zwei Minuten.

Für Aufsehen sorgte Silvano Poropat: Der Kroate trat als Trainer des Tabellenletzten Mitteldeutscher BC überraschend zurück. Als Begründung nannte der 44-Jährige in einer Vereinsmitteilung innere Leere, Energielosigkeit und die stagnierende sportliche Entwicklung. Der bisherige Assistenztrainer Dirk Dittrich wird das Team im Auswärtsspiel an diesem Sonntag bei ALBA Berlin betreuen und ist bis zur Neubesetzung der Cheftrainer-Position für die Mannschaft zuständig. Poropat hatte das MBC-Team vor viereinhalb Jahren übernommen und seinen Vertrag erst im Sommer bis 2020 verlängert. In dieser Saison gelangen dem MBC erst zwei Siege, zuletzt gab es am Dienstag eine 69:74-Niederlage in Gießen.

 

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