Gegen Geldauflage Verfahren gegen Haderthauer-Anwalt eingestellt

Um sie geht es: Hubert und Christine Haderthauer. (Archivbild) Foto: dpa

Er war bloß der "Postkasten" - so sieht der Anwalt der Eheleute Haderthauer seine Rolle bei Vergleichsverhandlungen des Paares mit einem ehemaligen Geschäftspartner. Gegen den Juristen hat eine Gericht das Betrugsverfahren wegen geringer Schuld eingestellt.

 

München - Im Zusammenhang mit der sogenannten Modellbau-Affäre ist das Verfahren gegen den Rechtsanwalt des Ehepaars Haderthauer gegen eine Geldauflage von 10 000 Euro eingestellt worden. Darauf einigten sich beide Seiten am Donnerstag vor dem Landgericht München II.

Der Rechtsanwalt hatte die frühere Staatskanzleichefin Christine Haderthauer (CSU) und ihren Ehemann 2011 bei Vergleichsverhandlungen mit dem damaligen Mitgesellschafter der Modelltechnik-Gesellschaft vertreten. Der Vorwurf lautete, der Partner sei durch unvollständige Informationen über die Lage der Firma mit einer Summe von 20 000 Euro abgespeist und um knapp 85 000 Euro betrogen worden.

Hubert Haderthauer war deswegen vor vier Monaten zu einer Geldstrafe von 18 900 Euro verurteilt worden. Die Strafkammer ging im Verfahren gegen den Anwalt aber von einem geringen Verschulden des Juristen bei dem Betrug an dem früheren Geschäftspartner des Paares aus. Gegen Christine Haderthauer war der Betrugsvorwurf fallen gelassen worden, sie bekam einen Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung.

Der angeklagte Anwalt sagte am Donnerstag, er habe seinerzeit die Steuerberaterin der Firma eingeschaltet und die Unterlagen, die er bekam, weitergeleitet. "Ich war der Postkasten", so der 50-Jährige. Die 20 000 Euro im geschlossenen Vergleich seien die Summe gewesen, "die die Anwälte den Mandanten schmackhaft machen konnten".

Die Modellbau-Affäre war durch die öffentliche Empörung über die Herstellung hochwertiger Oldtimer-Modelle der Firma ins Rollen gekommen. Die Gesellschaft des inzwischen suspendierten Landgerichtarztes Hubert Haderthauer gab die Produktionsaufträge an Bezirkskrankenhäuser, in denen auch kriminelle Geisteskranke untergebracht sind. Als Konstrukteur soll unter anderem ein verurteilter Dreifachmörder tätig gewesen sein.

 

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