Gefälschte Drucke verkauft Münchner Kunsthändler wegen 180-fachen Betrugs vor Gericht

Drei Münchner Kunsthändler wurden wegen des Betrugs mit gefälschten Drucken verurteilt. Foto: Uli Deck/dpa

Prozess gegen drei Münchner Kunsthändler, die in 180 Fällen gefälschte Drucke verkauft haben. Das Trio ist geständig und bekommt Bewährung.

 

München - Sie dachten, sie hätten ein (Kunst-)Schnäppchen gemacht und gingen doch nur Betrügern auf den Leim. Die Kunstdrucke von Klimt, Schiele, Picasso oder Dalí, die Münchner Kunstliebhaber für wenige hundert Euro kauften, entpuppten sich als Fälschungen, die in einem Bielefelder Keller entstanden waren.

Drei Kunsthändler sitzen seit Montag auf der Anklagebank. Sie haben in ihrem Münchner Auktionshaus über Jahre hinweg die Bielefelder Kopien von Grafiken als Originale verkauft. 180 Fälle (Schaden über 126.000 Euro) listet die Staatsanwaltschaft in der ursprünglichen Anklageschrift auf.

Werke von Picasso, Dalí und Klimt gefälscht

Nach Vorgesprächen der Prozessbeteiligten kann der Prozess aber auf 30 bis 40 Fälle eingeschränkt und damit stark verkürzt werden. Das Trio gestand am Montag, nicht geprüft zu haben, ob die Drucke des Einlieferers echt oder gefälscht waren – und damit zumindest billigend in Kauf nahm, mit Fälscherware zu handeln. Ihr Bielefelder Einlieferer hatte Kopien von Grafiken nachgedruckt und als vermeintliche Originale an Galerien und Auktionshäuser in ganz Deutschland verkauft.

Dabei ging der Mann recht geschickt vor, um die Käufer der Drucke zu täuschen. Die Reproduktionen von Pablo Picasso ("Der Hahn") oder Salvador Dalís "La danse" hatte er laut Anklage auf der Vorderseite mit Bleistift nummeriert und auf der Rückseite mit einem "Sachverständigen-Zertifikat" versehen.

Gefälschte Kunstwerke mit "Sachverständigen-Zertifikat" versehen

Die Motive ließ er zu einem geringen Stückpreis von unter einem Euro von verschiedenen Druckereien drucken. Auch der Rahmen kostete nicht mehr als 20 Euro. Der Marktwert einer so industriell hergestellten Reproduktion liegt allenfalls geringfügig über den Herstellungskosten.

Die Prozessbeteiligten einigten sich am Montag darauf, dass die drei Angeklagten zu neun bis elf Monaten Haft verurteilt werden, diese Strafen aber zur Bewährung ausgesetzt werden können. Um die Zahlung von 60 bis 120 Tagessätzen wird das Trio aber nicht herumkommen.

 

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