Gefälschte Ausweise 286.785 Euro abgezockt: Betrug mit 121 Konten

Vor Gericht (v.l.): Maciej S. (47) und sein Komplize Grzegorz R. (44). Foto: Torsten Huber

Mit falschen Papieren gewähren Banken den beiden Angeklagten (44 und 47 Jahre) großzügige Dispokredite. Das Duo räumt daraufhin ebenso großzügig ab. Gesamtschaden: 286785 Euro

 

MÜNCHEN - Anfang November fand mitten im Berufsverkehr eine Groß-Razzia in der Lindwurmstraße statt. Der Verkehr kam zum Erliegen, während die Polizei Jagd auf EC-Karten-Betrüger machte.

Zwei Betrüger mit der gleichen Masche stehen jetzt vor dem Münchner Landgericht: Grzegorz R. (44) und Maciej S. (47) wurden bereits letztes Jahr festgenommen. Seitdem sitzen sie in U-Haft. Ihr krimineller Trick ist simpel und äußerst lukrativ: Mit gefälschten Arbeitsverträgen und Personalausweisen suchten sie verschiedene Banken auf, um Giro-Konten zu eröffnen. Großzügig wurde ihn auch gleich ein Dispokredit eingeräumt. Der Kunde ist schließlich König. Kaum war die EC-Karte da, räumten sie die Konten in Höhe des Überziehungskredites ab. Danach tauchten sie in Osteuropa unter.

Die beiden Angeklagten haben von November 2006 bis Oktober 2010 exakt 121 Bankkonten eröffnet und einen Gesamtschaden von 286785 Euro angerichtet. Sie hatten Bargeld-Beträge zwischen 30 und 2575 Euro abgehoben. Bei ihrem letzten Coup misslang ihnen die Flucht nach Polen.

Nach der Festnahme von Gruegorz R. am 12. November 2010 wurde sein Komplize fünf Tage später am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) an der Hackerbrücke festgenommen. Er war gerade dabei, gegen 8.55 Uhr, in einen Bus zu steigen. Ihre Anwälte Michael Adams und Alexander Deich-stetter dealten mit dem Gericht. Bei einem Geständnis erwarten Grzegorz R. vier Jahre und drei Monate Haft, seinen Komplizen drei Jahre. Der Prozess dauert an.

 

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