Gebäudeaufstockungen München: CSU will weiter in die Höhe bauen

Emily Engels ist Rathaus-Reporterin der Abendzeitung.
CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl will Wohnraum schaffen. Foto: Schramek

In der Aufstockung von Geschossen liegt ein riesiges Potenzial für Wohnraum, glauben CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl und OB-Kandidatin Kristina Frank

 

München - Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist eines der dringendsten Probleme dieser Stadt. Je enger und voller es im ständig wachsenden München wird, umso schwieriger gestaltet sich die Suche nach mehr und mehr Wohnraum.

München: CSU will Gebäudeaufstockungen

Die CSU-Fraktion ist bei dem Thema auf eine Studie der Technischen Universität Darmstadt und des Pestel-Instituts Hannover gestoßen. Laut der Studie ließen sich allein durch Gebäudeaufstockung deutschlandweit rund 1,1 Millionen Wohnungen schaffen. CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl will heute ein Antragspaket zu dem Thema stellen – und will überall da, wo es sich mit dem Stadtbild vereinen lässt, die Gebäudeaufstockung in der Stadt voranbringen.

Ein Vorhaben, dass schon der frühere zweite Bürgermeister und jetzige Landtagsabgeordnete Seppi Schmid (CSU) einst angeregt hat. Er glaubt jedoch: "Die Änderung der Bayerischen Bauordnung gibt München da neuen Spielraum – der jetzt aber auch genutzt werden muss."

Gebäudeaufstockungen auch für privates Eigentüm?

Die Stadt soll dabei selbst als Vorbild vorangehen: Die Verwaltung soll prüfen, bei welchen Gebäuden der städtischen Wohnungsbaugesellschaften Gebäudeaufstockungen bereits vorgenommen wurden – und welche sich dafür anbieten würden. Und bei den städtischen Gesellschaften soll es nicht aufhören: Auch für private Eigentümer sollen Anreize geschaffen werden, ihre Bestandsgebäude, wo es geht, aufzustocken.

Mit Wurfsendungen, in denen die Vorteile von Aufstockung aufgezeigt werden, soll auf die Eigentümer zugegangen werden. Zudem soll die Stadt prüfen, ob es Möglichkeiten gibt, die Aufstockung etwa durch Fördermittel attraktiver zu gestalten.

Sobon und Konzeptioneller Mietwohnungsbau

Damit die Aufstockung auch wirklich zu einer Erleichterung auf dem angespannten Münchner Mietmarkt führt, sollen alle Aufstockungen der sogenannten Sobon unterworfen werden.

Heißt: 30 Prozent sollen verpflichtend für den geförderten – und zehn Prozent für den Konzeptionellen Mietwohnungsbau (KMB) eingeplant werden. Mit dem KMB werden preisgedämpfte Mietwohnungen für Haushalte geschaffen, die ein bisschen zu viel Geld zur Verfügung haben, um noch eine Sozialwohnung bekommen zu können.

Pretzl zählt die Vorteile auf: "Durch die Gebäudeaufstockung ließe sich der Schwund von Grünflächen minimieren." Nicht nur deshalb könne eine moderate Gebäudeaufstockung auch unter dem Klimaaspekt befürwortet werden. Pretzl: "Im darunterliegenden Geschoss ließe sich der Energiebedarf um die Hälfte reduzieren."

"Brachliegendes Potenzial zur Schaffung neuer Wohnungen."

Pretzl glaubt: "In der maßvollen Aufstockung von Gebäuden liegt ein riesiges, brachliegendes Potenzial zur Schaffung neuer Wohnungen." Bis auf ein paar Schaufenster-Projekte passiere da in München noch viel zu wenig. Davon ist auch OB-Kandidatin Kristina Frank (CSU) überzeugt. Sie sagt: "Gerade in einer immer enger werdenden Stadt müssen wir innovativ und verantwortungsbewusst neuen Wohnraum schaffen – es darf keine Denkverbote geben." Frank glaubt: Durch die Gebäudeaufstockung könne man Wohnraum für zirka 100.000 Menschen schaffen.

Pretzl sagt: "Da München seine Gartenstädte und Grünflächen dringend erhalten muss, der Zuzug jedoch nicht abreißt, müssen wir unseren Blick viel mehr als bisher nach oben richten."


Blumenwiesen: Ein Refugium für Bienen

Nicht nur grüne Fassaden, sondern auch bunte Wildblumenwiesen wünscht sich die CSU-Fraktion für München. "Die Verwaltung soll zusammen mit dem Landesbund für Vogelschutz prüfen, wo in der Stadt Wildblumenwiesen entstehen können", steht in dem Antrag. Die Stadt soll dabei auch auf größere Eigentümer wie Firmen und Behörden zugehen. Auch soll geprüft werden, wo öffentliche Grünflächen in Zukunft naturbelassener bleiben dürfen. CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl sagt: "Wildblumenwiesen in der Stadt sind für Bienen wirklich toll."


Begrünte Fassaden: Lebensraum für Vögel und Insekten

Begrünte Fassaden wirken sich positiv auf die Lufthygiene und Stadtökologie aus, glaubt die Rathaus-CSU. "Sie bieten der Bevölkerung ein positives Wohn- und Ortsgefühl", sagt Fraktionschef Manuel Pretzl. Gerade im eng bebauten München würde es sich deshalb anbieten, vermehrt Fassaden zu begrünen. Deshalb fordert die CSU in einem weiteren Antrag: Die Verwaltung und die städtischen Beteiligungsgesellschaften sollen künftig bei Neubauten von Anfang an Kletterhilfen für eine Begrünung vorsehen. Pretzl: "Fassadenbegrünung braucht kaum Platz und bietet Lebensraum für Vögel und Bienen."

Lesen Sie hier: Mietenstopp in München - Erste Hürde geschafft

Lesen Sie hier: Zwölf Kontrolleure überprüfen Biotonnen der Münchner

 
Mit dem kommunalpolitischen Newsletter sind Sie stets bestens informiert.

42 Kommentare