Gaztro-Tipp Rausch aus dem Reagenzglas

Mischen grandiose Shots und Cocktails im neu eröffneten Labor in der Sonnenstraße: v. li. Vitali, Vladimir, Olivia und Viktoria. Foto: Daniel von Loeper

„Breaking Bad“ an der Feierbanane? Im „Labor“ lernt man beim Trinken gleich noch ein bisschen was über Chemie.

Ludwigstraße - In der Sonnenstraße hat Ende Dezember eine Bar eröffnet, deren Konzept sich weit von einer gewöhnlichen Bar abhebt. Das Labor erinnert mehr an Chemieunterricht als an eine typische Bar. In der Kellerbar werden die Drinks vom Personal stilecht in Laborkitteln zubereitet.

Die Getränkekarte liest sich dabei wie eine Mischung aus Periodensystem und Drogenküche. Neon, Radium, Hassium, Morphine, Cocaine und LSD heißen die Kreationen, die sich Vladi und Vitali für ihre Gäste ausgedacht haben. „Gastro-Klitschkos“ nennen sich die beiden mit einem Augenzwinkern und ihre Drinks haben mitunter die gleiche Schlagkraft wie die der Boxer-Brüder.

Das Außergewöhnliche an den Drinks im Labor ist ihre Präsentation. Zunächst werden die Kreationen geschüttelt, anschließend in einer Spritze aufgezogen und in Reagenzgläser gefüllt. Acht Euro kostet ein Ständer mit sechs Shots im Reagenzglas. Chemie macht Laune und entsprechend locker geht es in der geräumigen Kellerbar beim vorwiegend jungen Publikum zu.

Für Chemielehrer wäre der Laden dagegen ein Paradies für den roten Korrekturstift. Sauerstoff und Wasserstoff finden sich in der Karte in der Rubrik toxisch, dafür sind die Summenformeln für Codein, Methadon und Ketamin richtig eingetragen. Neben den Shots im Reagenzglas bietet das Labor auch brennende Drinks an. Die leicht entflammbaren Kreationen sind noch ein bisschen stärker als die Mischungen aus dem Reagenzglas und tragen merkwürdige Namen wie „Bunga Bunga“, „Mexican Drug Dealer“ oder warnen als „Don't try it, Dude“.

Gewöhnliche Drinks gibt es im Labor so gut wie nicht. Selbst der Gin & Tonic wird stilecht im Erlenmeyerkolben serviert. Wer sich in dieser einmal quer durch die Reagenzgläser getrunken hat, wird sich am Ende des Abends wahrscheinlich auch nicht mehr über den Gynäkologenstuhl neben dem Eingang wundern.

Ein bisschen ungewöhnlich wirkt das Labor auf den ersten Eindruck mit Sicherheit, dafür macht die Bar in jeden Fall viel mehr Spaß als eine Doppelstunde Chemie.

Sonnenstraße 5, 80331 München

 

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