GAZtro-Kritik Die Küche im Kraftwerk

Hier ist der Name Programm: Koch Gerrit Wagner oben in der „Küche im Kraftwerk“ – unter ihm werden Möbel verkauft. Foto: Daniel von Loeper

Das Lokal heißt genau so, wie es auch ist. Es locken regionale Küche und ein unglaublicher Ausblick auf die Stadt.

 

Obersendling - Restaurant ist nicht gleich Restaurant. Besonders Restaurants in Möbelhäusern eilt ein – teils nicht zu Unrecht – eher zweifelhafter Ruf voraus. Doch auch hier gilt: Restaurant ist nicht gleich Restaurant. Bei der Küche im Kraftwerk deutet zwar zunächst alles darauf hin, dass sich ein Möbelhaus zwischen Lampen- und Sofaabteilung eine Art Kantine eingebildet hat, aber diese Annahme ist nicht richtig.

Praktisch seit der Eröffnung im Spätsommer 2014 müssen die beiden Inhaber der Küche im Kraftwerk, Stefan Scheib und Gerald Fraidl, gegen diesen falschen Ruf ankämpfen: „Wir sind kein Möbelhausrestaurant“, sagt Scheib und fügt an: „Wir sind ein echtes Restaurant.“

Ein Blick in die Speise- und Weinkarte genügt eigentlich schon, um festzustellen, dass es sich hier um keine Kantine handelt. Die beiden gelernten Köche setzen in ihrer offenen Küche primär auf regionale Gerichte, die mit Zutaten der Saison zubereitet werden. Auf der Karte wechseln sich Klassiker, etwa Böfflamot für 15,20 Euro, mit kreativen Einfällen ab. Der Cäsar Salat (8,90 Euro) bekommt durch Brezn-Croutons eine bayerische Note und totgeglaubten geglaubten Gerichten aus Großmutters Zeit, wie die Tafelspitzsülze für 8,90 Euro, hauchen die Köche neues und delikates Leben ein. Neben der Standardkarte schickt die Küche mittags täglich wechselnde Gerichte zwischen 7,50 und 8,50 Euro. Mit Kantineneinerlei haben Rindsgulasch oder auch die Pasta mit Ossobuco-Ragout nichts gemeinsam. Neben der durchweg feinen Küche hat das Kraftwerk noch ein weiteres Argument, was für das Restaurant spricht: die spektakuläre Aussicht.

Bei diesem phantastischen Weitblick bis in die Alpen schmecken hausgemachter Kuchen und Kaffee auf der Dachterrasse noch ein bisschen besser und spätestens in diesem Moment sollte sich jeder Vergleich mit einem Möbelhausrestaurant in Luft aufgelöst haben.

Wenn Gäste auf dem Weg nach unten auch noch in der Möbelabteilung schwach werden, kann das Restaurant im vierten Stock wirklich nichts dafür.

Drygalski-Allee 25, 089 / 45 21 28 99, Mo-Sa 10-22 Uhr, So bis 18 Uhr

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