GAZtro Injera, Zwerghirse und Kaffee

Rindfleisch-Topf mit Teelicht-Heizung: eine Portion Tib im Teff. Foto: Daniel von Loeper Foto: Loeper

Kaffeezeremonien mit Weihrauch und eine heimische Atmosphäre: zu Gast im Abyssinia Restaurant Teff.

 

Neuhausen - Äthiopischem Kaffee eilt Weltruf voraus, doch wie schmeckt eigentlich die Landesküche? Da in der Dachauer Straße vor kurzem ein neues äthiopisches Restaurant eröffnet hat, nutzen wir die Gelegenheit und gehen auf kulinarische Entdeckungsreise nach Äthiopien.

Das Abyssinia Restaurant Teff ist klein und ziemlich puristisch eingerichtet. Es gibt nur wenige Tische, ein paar gewebte Schalen sind der gesamte Schmuck des Lokals. Der erste Eindruck: Hier geht es ums Essen und nicht um das Innendesign.

Die gesamte Karte des Abyssinia Restaurant Teff hat die Größe eines DIN A5-Papiers. Die Auswahl ist etwas übersichtlich, aber das ist in der Regel ein positives Zeichen. Bei der Wahl des Essens lassen wir uns von der freundlichen Wirtin beraten, da wir zugegebenermaßen noch nicht allen Gerichten auf der Karte persönlich begegnet sind.

Wir nehmen die Empfehlung dankend an und bestellen Tibs und Beyayntu. Im Teff, was übrigens Zwerghirse bedeutet, ist die Wirtin gleichzeitig auch Köchin und ein Blick in ihren winzigen Kochbereich lässt ahnen, was in Kürze auf den Tellern landen wird. Erster Vorbote des Essens ist ein würzig-aromatischer Duft. Man fühlt sich im Teff ein bisschen so, als hätten Freunde zu sich zum Essen eingeladen und der Duft, der in der Wohnung liegt, macht bereits richtig Appetit.

Das vegetarische Beyayntu (9 Euro) besteht aus Linsen, Grünkohl, roter Bete und Kartoffeln, die auf einem dünnen Sauerteigfladen serviert werden. Die genauen Bestandteile des Gemüses lassen sich nur schwer herausschmecken, doch insgesamt überzeugt jede der Komponenten in geschmacklicher Hinsicht. Die Aromen bewegen sich in einem spannenden Bereich irgendwo zwischen leicht säuerlich, würzig und nussig. Der Injera, so der offizielle Name des Sauerteigfladens, ist etwas gräulich, doch der leicht saure Geschmack in Verbindung mit der fluffigen Konsistenz eines Pfannkuchens hinterlässt automatisch ein Lächeln während des Kauens.

Auch das Tib überzeugt. Zwar hat das Rindfleisch den optimalen Garpunkt überschritten und ist auf dem Weg in Richtung al dente, aber geschmacklich immer noch mehr als in Ordnung. Außergewöhnlich erscheint die Präsentation des Gerichts: In einer Art Fondue-Topf mit Teelicht-Heizung findet sich neben dem Rindfleisch eine kräftige Brühe mit einer schönen Zwiebel-Tomaten-Note.

Als Beilage wird auch hier Injera gereicht. Die Portion ist üppig und das bei einem sehr fairen Preis von 13 Euro. Die herzliche Gastgeberin lädt zum Abschluss zu einer Kaffee-Zeremonie, die in Äthiopien, wie sie erklärt, einen feierlichen Charakter besitzt. Wir staunen ein bisschen, als neben der Kaffeekanne eine Schale mit Weihrauch steht. Über Kaffee mit Weihrauch lässt sich streiten, über die Küche im Abyssinia Restaurant Teff dagegen nicht.

Dachauer Str. 189, 80637 München, Tel. 089 88569936

 

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