GAZtro Auf der Suche nach den fünf Sternen

Ein Besuch beim Griechen ohne Vorspeisenteller? – Undenkbar, auch im Restaurant Thalassa. Foto: Daniel von Loeper Foto: Daniel von Loeper

Kann das Thalassa den Top-Bewertungen im Internet gerecht werden? Das beliebte griechische Restaurant in der AZ-Kritik.

 

Mittersendling - Immer häufiger verlassen sich Hungrige bei der Auswahl eines Restaurants auf Bewertungen im Internet. Auf diversen Seiten können mehr oder weniger fachkundige Esser Lokale nach Gusto empfehlen und verreißen. In fast jeder Bewertung findet sich der Satz „Das Essen war superlecker!“ Darauf folgt oft und gerne „Wir kommen wieder“ und zum Schluss wird dann noch mit einem Smiley nachgewürzt.

Über die Aussagekraft solcher Einstufungen lässt sich – wie über Geschmack selbst – trefflich streiten. Wie gut sind Restaurants mit einer Fünf-Sterne-Bewertung wirklich? Wir suchen und finden das griechische Restaurant Thalassa, dass auf diversen Bewertungsportalen fast ausschließlich in den Küchen-Olymp gelobt wurde. Wir legen die Messlatte auf Fünf-Sterne-Niveau und sind gespannt.

Das Thalassa liegt, ein Immobilienmakler würde sagen 'verkehrsgünstig', direkt an der Großbaustelle am Luise-Kiesselbach-Platz und überrascht beim Betreten mit schickem Innendesign und einer herzlichen Begrüßung per Handschlag des Kellners. Es fängt gut an.

Wir nehmen im großen Wintergarten Platz und wundern uns ein wenig über die Tischgarnitur. Die Stühle sind etwas niedrig oder wir zu klein. Sei’s drum, denn kurz darauf steht der Begrüßungs-Ouzo auf dem Tisch.

Die Karte des Thalassa ist äußert umfangreich und nach einer langwierigen Auswahl fällt die Wahl schließlich auf den warmen Vorspeisenteller (Pikilia 8,90 Euro). Recht flott kommt der Mix zusammen mit einer sehr mäßigen Flasche Retsina (Kechribari 0,5l für 12 Euro) an den Tisch. Die warmen Vorspeisen entpuppen sich primär als frittiertes Gemüse und lassen das Besondere vermissen. Richtig gut ist dagegen das Zucchini-Pfanzerl. Leider liegt davon nur genau eins auf dem Teller.

Es folgt ein Gyros mit Zaziki und Reis (11,20 Euro) und Lammfilet mit Folienkartoffel und Zaziki (21,70 Euro). Das Gyros ist saftig, gut gewürzt und die Portion üppig, doch leider fallen die Beilagen deutlich ab. Dem Reis fehlt das Aroma und das Zaziki lässt den nötigen Bums vermissen. Das Lammfilet macht dagegen optisch einen guten Eindruck, aber die Obstbeilage auf dem Teller sorgt für Schmunzeln. Warum macht die Orange einen Spagat und was soll die Zitronenscheibe? Ein paar Kräuter hätten dem Lamm sicherlich nicht geschadet. So ist es ein Gericht, das keinen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt und das turnende Obst ist nur überflüssig.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass sich der schnelle und freundliche Service im Thalassa fünf Sterne verdient. Die probierten Gerichte sind dagegen eher auf einem überschaubaren Niveau. So viel zum Thema Aussagekraft von Restaurant-Bewertungen im Internet.

Cimbernstraße 3, Täglich ab 11.30 Uhr bis 14.30 Uhr und 17.30 Uhr bis 23.30 Uhr

 

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