Galoppsport Feuerblitz in Hongkong: Tagebuch eines Hengstes

Gastronom und Stallbesitzer Patrick Bertermann mit Hengst Feuerblitz. Foto: Claus Schunk

Galopper Feuerblitz kann in Hongkong 800 000 Dollar abräumen. Wenn er gewinnt, verlässt er wohl den Riemer Stall

 

MÜNCHEN Vielleicht liegt es ja am Namen, dass sich Feuerblitz mittlerweile auch in 10000 Metern Höhe wohlfühlt. Der stammt von Harry Potters Super-Besen, die Flugreise von München über Amsterdam nach Hongkong hat das Galopppferd also gut weggesteckt. "Er ist frisch und fit", sagt Trainer Michael Figge.


Am Sonntag, um 14 Uhr (7 Uhr MESZ) soll der braune Hengst fernab der Heimat bei einem der wichtigsten Rennen der Welt an den Start gehen. "Vierter, das wäre ein schöner Erfolg", sagt Figge vor dem "Longines Hong Kong Vase". Beim hochkarätigen Rennen schüttet der mächtige Hong Kong Jockey Club (HKJC) insgesamt 1,4 Millionen Euro an die ersten Sechs aus, der Sieger erhält 800 000 Euro.


Deshalb hat der Rennstall von Figge auch gerne den Aufwand auf sich genommen, als wie im Vorjahr eine Einladung aus Hongkong kam. Am Freitag vor einer Woche ging's los für Feuerblitz. Sein Tagebuch:

Freitag, 29.11.: Mit Decken und Beinschonern gepolstert betritt Feuerblitz am frühen Morgen in München-Riem den Transporter in Richtung Amsterdam. "Wir haben ihn geschoren", sagt Figge, "in Hongkong ist es etwa 25 Grad wärmer, da hätte er sich mit seinem Winterfell zu Tode geschwitzt." Der Trainer wird nachreisen, Feuerblitz wird von seinem Pfleger Sandor Hegedues betreut. Mittags kommen sie an, um 17.40 Uhr heben sie ab – in einem ganz normalen Jumbo-Jet von KLM. "Die Pfleger sitzen unten neben den Boxen und können jederzeit zu den Tieren. Und ein Tierarzt ist auch dabei", erklärt Figge.

Samstag: Feuerblitz und die anderen Tiere werden vom Flughafen per Pferde-Taxi zur HKJC-Galopprennbahn gebracht. "Es wird streng darauf geachtet, dass die Pferde immer in Quarantäne bleiben", sagt Figge. Um die Strapazen besser wegstecken zu können, erhält der Hengst fünf Liter Ringerlösung als Infusion an der Halsvene. Sofort nach Ankunft wird Feuerblitz gecheckt: Urin-, Blut-, Temperatur- und Gewicht: Alles okay.

Sonntag und Montag:
Nach dem Ruhetag muss der Hengst wieder an die Arbeit – aber nur ein wenig. Pfleger Hegedues reitet auf ihm auf der Sandbahn nur ein paar lockere Übungen. "Wellness und Stretching", nennt es Trainer Figge.

Dienstag: Im Gegensatz zum vergangenen Jahr scheint sich Feuerblitz äußerst wohl zu fühlen. "Er wiegt 488 Kilo, genau wie vorher", freut sich Figge. Der 40-Jährige reist mit Feuerblitz-Besitzer Patrick Bertermann per Business Class an – sein erster Weg führt natürlich zu Feuerblitz.

Mittwoch:
Bei der Auslosung der Startboxen erhält Feuerblitz die 9, fünf Pferde müssen von weiter außen starten.

Donnerstag und Freitag: "Dieses Jahr muss er zeigen, dass er wirklich stark ist", sagt Figge. 2012 hatte es nicht geklappt, Feuerblitz lief hinter dem Feld ins Ziel. Das Dilemma am Sonntag: Platziert sich Feuerblitz gut, kommt er womöglich gar nicht mehr zurück nach München. "Es gibt schon einige Interessenten", sagt Figge.

 

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