Gärtnerplatztheater Die kommende Spielzeit

Die Komponistin Johanna Doderer und der Dramatiker Peter Turrini arbeiten an einer Oper über den Komponisten Franz Schubert. Foto: Christian Pogo Zach

Von Händel bis Puccini: Was Josef E. Köpplinger in der neuen Saison am Gärtnerplatz plant

 

"Wir sind ein Gemischtwarenladen des Musiktheaters“, sagt Josef E. Köpplinger bei der Vorstellung der kommenden Saison. „Und das ist auch gut so.“ Mit der Mischung von Sparten macht der Intendant ernster als andere: Gleich zwei spartenübergreifende Projekte stehen bevor, bei denen Musik- und Tanztheater zusammengebracht werden.

Torsten Fischer, der bereits bei Purcells „King Arthur“ mit Karl Alfred Schreiner zusammengearbeitet hat, bringt zusammen mit dem Ballettchef des Hauses Georg Friedrich Händels Oratorium „Der Messias“ heraus. Chefdirigent Anthony Bramall hat die musikalische Leitung der Premiere am 10. Oktober – und natürlich auch bei allen weiteren Vorstellungen in der Saison.

Ballett und Musiktheater werden noch ein zweites Mal zusammengebracht: in Leonard Bernsteins „Mass“ für Sänger, Tänzer und Musiker. Regie und Choreografie dieses personenreichen Kraftakts übernimmt Adam Cooper, der zuletzt in der Reithalle „Candide“ inszenierte. Premiere ist am 18. Juni.

Niemand pfeift auf die Oper

Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei der italienischen Oper – und zwar in der Originalsprache. Herbert Föttinger bringt am 30. Januar Verdis „Rigoletto“ heraus, der auch schon früher zum Repertoire des Hauses gehörte. Da das Haus mit Jennifer O’Loughlin über eine herausragende Koloratursopranistin verfügt, ist das eine verständliche Wahl. Noch nie am Gärtnerplatz zu sehen war „Tosca“. Stefano Poda inszeniert Puccinis Opernthriller, der Chefdirigent übernimmt die musikalische Leitung.

Natürlich sind beide Werke auch Teil des Repertoires am Max-Joseph-Platz, aber Köpplinger findet, dass München zweimal „Rigoletto“ und „Tosca“ vertragen kann. Als weiteres Schwergewicht kehrt im Juni 2020 Verdis „Aida“ ins Repertoire zurück, die das Gärtnerplatztheater während der Umbauphase in der Inszenierung von Torsten Fischer im Prinzregententheater herausbrachte. Da diese Oper – vom Triumphakt abgesehen – eher als Kammerspiel funktioniert, könnte das sogar klappen.

Schubert kommt auf die Bühne

Eine Uraufführung gibt es am 23. April: „Schuberts Reise nach Atzenburg“ von Johanna Doderer auf einen Text von Peter Turrini. Josef E. Köpplinger inszeniert. Im Zentrum steht Schuberts Unfähigkeit, seine Gefühle für Josepha von Weisborn auszudrücken. Die Komponistin wird Zitaten aus der „Wandererfantasie“, der Messe in Es-Dur und dem Streichquintett integrieren.

Das Ballett bringt „Salome Tanz“ des israelischen Choreografen Eyal Dadon heraus. Als Kammeroper gibt es am Anfang der Saison Carl Orffs „Die Kluge“ auf der Studiobühne. Das Orchester des Gärtnerplatztheaters nimmt sich in der Reihe „Sinfonische Lyrik“ die Manfred-Symphonie von Peter Tschaikowsky und die Fünfte von Dmitri Schostakowitsch vor, die beide mit Rezitationen verbunden werden.

Eröffnet wird die kommende Saison am 15. September mit einem Open-air-Konzert am Gärtnerplatz bei freiem Eintritt – moderiert von Köpplinger selbst, dessen Vertrag noch bis Sommer 2023 läuft. An probenbedingt spielfreien Tagen gibt es Auftritte von Angelika Kirchschlager („Tod eines Pudels“), Musik mit dem Janoska-Ensemble und ein Gastspiel des Kunstpfeifers Nikolaus Habjan unter dem Motto „Ich pfeife auf die Oper“.

Da sind die Münchner traditionell anderer Ansicht. Denn über mangelnden Zuspruch kann sich Köpplingers „Gemischtwarenladen“ nicht beklagen: Die Zahl der Abonnenten ist um 6 Prozent gestiegen – erwartet wurden 3 Prozent. Die Auslastung liegt bei aktuell 91,9 Prozent – ein traumhafter Wert.

 

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