Bayer Leverkusen Bosz gerät ins Schwärmen: "Fußball, den ich liebe"

Leverkusens Trainer Peter Bosz schaute seiner Mannschaft in Augsburg zufrieden zu. Foto: Sven Hoppe/dpa

Bayer Leverkusen setzt im Kampf um einen Champions-League-Platz ein wichtiges Zeichen. Mit dem Sieg beim FC Augsburg macht die Werkself Druck auf die direkten Konkurrenten. Eine wichtige Rolle spielt Peter Bosz.

 

Augsburg - Mit einem Mitternachtsimbiss in den Händen verließ Bayer Leverkusens Trainer Peter Bosz hochzufrieden die Augsburger Arena.

"Es hat für mich als Trainer auf der Bank Spaß gemacht, meine Mannschaft zu gucken", sagte er nach dem 4:1 (1:1) der Fußball-Bundesliga beim FC Augsburg. Die Mannschaft des Niederländers feierte ihren dritten Sieg in Serie und setzte mit offensivem sowie kombinationssicherem Fußball ein wichtiges Zeichen im Kampf um einen Champions-League-Platz. "Das ist der Fußball, den ich liebe, und den habe ich gesehen", resümierte Bosz.

Als Bosz noch Trainer von Borussia Dortmund war, wurde er anfangs für seine offensive Spielidee stürmisch bejubelt. Mit sechs Siegen aus den ersten sieben Bundesligaspielen startete der frühere Coach von Ajax Amsterdam in seine Aufgabe in Deutschland. Von den folgenden acht Bundesligaspielen gewann der BVB unter Bosz jedoch keines mehr, was ihm Kritik für ein starres Festhalten an seiner Match-Auffassung einbrachte und schließlich auch den Job kostete.

In Leverkusen verfolgt der 55-Jährige sein anspruchsvolles Konzept von fast bedingungslosem Angriffsfußball weiter. Allerdings hat Bosz sein 4-3-3-System leicht modifiziert. Nicht zuletzt nach den Ausfällen der Offensivstars Karim Bellarabi und Leon Bailey tritt Bayer in einer Grundordnung auf, die am ehesten einem 3-2-4-1 gleichkommt. Damit gelangen zuletzt drei Siege am Stück.

"Es gibt keine starren Systeme, die verändern sich immer im Spiel. Es geht um Prinzipien, Verhaltensweisen einzelner Spieler", meinte Sportdirektor Simon Rolfes. Er will die Debatte über das modifizierte Bosz-System nicht überbewerten.

Vielmehr geht es um eine gewisse Hingabe und ein gewisses Vertrauen in das, was der Trainer vorgibt. "In der Rückrunde sieht man einfach, wenn wir uns als Mannschaft an Pläne halten, jeder auf dem Platz steht und seine Aufgabe über 90 Minuten erfüllen will, dann gewinnen wir jedes Spiel", meinte Nationalspieler Kevin Volland. "Wenn wir es nur halbzeitweise machen, oder zwei, drei (Spieler) müde sind oder einen schlechten Tag haben, dann wird's enorm schwer. Das sollte dann die Messlatte für unser Spiel sein."

Volland war ein Garant des Leverkusener Sieges in Augsburg. Kevin Danso (12. Minute) brachte die Gastgeber vor 26 404 Zuschauern zwar in Führung. Doch nur drei Minuten später versetzte Volland mit seinem Ausgleichstreffer den Hoffnungen der Augsburger auf den ersten Bundesligasieg im 16. Anlauf gegen Bayer einen schnellen Dämpfer.

Das 2:1 durch Kai Havertz (49.) sowie das 4:1 durch Julian Brandt (88.) bereitete der 26-Jährige vor. Zwischendurch traf noch Jonathan Tah (60.). Bayer konnte es sogar verschmerzen, dass zwei vermeintliche Treffer (20./57.) vom Video-Schiedsrichter wegen einer Abseitsposition nicht anerkannt wurden.

"Der Sieg war hochverdient und enorm wichtig und enorm reif", fasste Volland zusammen. "Ich bin sehr zufrieden mit den drei Punkten, aber auch, wie wir gespielt haben", meinte Bosz. "Der Wille war wirklich da, das Spiel zu gewinnen. Das müssen wir, wenn wir noch etwas in Europa erreichen wollen."

Auf Europa-League-Kurs liegen die Leverkusener - am Ende der Saison soll es aber doch lieber die Champions League sein. "Wir müssen unsere Spiele gewinnen, dann können wir die Mannschaften vor uns unter Druck setzen", forderte Rolfes. Vor allem der direkte Konkurrent Eintracht Frankfurt soll am nächsten Sonntag die Bayer-Gier nach der Königsklasse zu spüren bekommen. "Wir haben ein totales Endspiel vor der Brust", betonte Volland, "und wollen es auch gewinnen."

 

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