Fund in Salzburg Manet, Monet, Renoir: Neue Gurlitt-Bilder entdeckt

Cornelius Gurlitt hat noch mehr Kunstwerke gehortet - in Salzburg... Foto: Goran Gajanin/ Action Press/Paris Match/Bestimage/Thomas Gautier

Im noblen Stadtteil Aigen in Salzburg hortet Cornelius Gurlitt noch mehr Kunstwerke. Fast nur Gemälde, die meisten von Manet, Monet und Renoir – und eine Zeichnung von Picasso.

 

Schwabing - 1280 Kunstwerke. So viele Ölgemälde, Aquarelle, Grafiken, Zeichnungen oder Drucke hatte Cornelius Gurlitt in seiner Schwabinger Wohnung gehortet.
Dachte man, jedenfalls.

Dort hat der 81-Jährige ein kleines Haus im Stadtteil Aigen. Eigentlich eine noble Gegend, doch das Häuserl wirkt von außen recht verfallen. Innen aber lag jahrelang ein Schatz: Über 60 Bilder – von weltbekannten Künstlern wie Edouard Manet oder Pablo Picasso.

Am Montag betraten Gurlitts Betreuer Christoph Edel, sein Anwalt Hannes Hartung und sein Sprecher Stephan Holzinger das Haus. Die Kunstwerke wurden laut Holzinger „vor Ort gesichtet, anschließend ge- und versichert.“ Unglaublich: Bis jetzt lagen sie völlig ungeschützt im Haus – jeder Einbrecher hätte sie sich holen können. „Es geht jetzt darum, das Eigentum von Herrn Gurlitt zu schützen“, so Holzinger.

Wie viele es genau sind, konnte er gestern nicht sagen. „Wir sind buchstäblich noch am Sortieren.“ Sicher aber sei: „Es sind fast alles Gemälde, die meisten von Manet, Monet und Renoir – und eine Zeichnung von Picasso.“

Was Gurlitts Zweit-Sammlung wert ist, werden nun Experten klären – genau wie die Frage, woher sie genau stammen: „Im Auftrag von Cornelius Gurlitt werden diese Exponate von Experten auch hinsichtlich eines etwaigen Raubkunstverdachts geprüft“, so Holzinger in seiner Mitteilung. Auf den ersten Blick habe ein solcher Verdacht aber „nicht erhärtet“.

Die Gemälde hätte man auch früher finden können. Die Staatsanwaltschaft Augsburg, die Gurlitts Bilder aus Schwabing beschlagnahmt hat, wusste ja vom Haus – und hätte bloß mal nachschauen sollen. Doch das ist offenbar nie geschehen. „Mir ist keine Durchsuchung bekannt“, sagt Holzinger.

In einer Pressekonferenz Anfang November 2011 sagte der Leitende Staatsanwalt Reinhard Nemetz dazu nur, er halte es für „nicht wahrscheinlich“, dass in Salzburg noch mehr Bilder liegen.
So kann man sich irren.

 

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