Für rund 25,5 Millionen Euro S-Bahn-Trasse im Norden: Pendler-Strecke bis 2025

Grund für die Dringlichkeit der Pendler-Strecke ist, dass die schon überreizte Verkehrssituation bis 2025 noch einmal deutlich dramatischer sein wird. (Symbolbild) Foto: Petra Schramek

Bis zu 25,5 Millionen Euro soll die S-Bahn-Trasse im Norden kosten. Die vom Planungsreferat vorgestellte Studie wurde von Stadt, Freistaat, MVV und von BMW in Auftrag gegeben.

 

Milbertshofen - Eine neue S-Bahn-Pendlerstrecke am Nordring soll - wenn alles glatt läuft - noch vor der Zweiten Stammstrecke, nämlich Ende 2025, fertig sein. Das Planungsreferat hat jetzt in den Bezirksausschüssen die Studie vorgestellt, in der ein neuer S-Bahn-Pendlerverkehr im Norden untersucht wurde.

Profitieren sollen vor allem BMW-Mitarbeiter, denn die Trasse soll entlang des Forschungs- und Innovationszentrums (FIZ) des Autoherstellers verlaufen. In Auftrag gegeben wurde sie demnach nicht nur von Stadt, Freistaat und MVV, sondern auch von BMW.

Machbarkeitsstudie für S-Bahn-Nordring entsteht noch

Bei der Trasse handelt es sich um einen Pendlerverkehr zum BMW FIZ, der über den Nordring verlaufen würde und noch nicht um den geplanten S-Bahn-Nordring, betont eine Sprecherin des Verkehrsministeriums. Für den wird derzeit noch eine Machbarkeitsstudie erstellt.

Grund für die Dringlichkeit der Pendler-Strecke ist, dass die schon überreizte Verkehrssituation bis 2025 noch einmal deutlich dramatischer sein wird.

Vorgestellt werden zwei Varianten: Die erste würde zwischen Moosach und Euro-Industriepark verlaufen, mit Halt am BMW FIZ. Für diese Variante würden zwischen 7,4 und 19,1 Millionen Euro anfallen.

Obwohl baulich möglich, würde die verkehrliche Wirkung bei der Variante sehr gering sein, steht in der Studie. Zum einen besteht dort bereits eine U-Bahnlinie. Zum anderen sind die Anschlussverbindungen von Moosach an die S-Bahnen des Westkorridors gering.

Nord-Trasse: Verbindung zur S2 angedacht

Die bevorzugte Variante führt von Karlsfeld über das FIZ zum Euro-Industriepark. Die würde zwischen 12,4 und 25,5 Millionen Euro kosten. Sie wäre somit zwar teurer, würde aber von mehr Fahrgästen genutzt werden. Nicht zuletzt wegen der Verbindung zur S2, die damit geschaffen würde.

Die Bahn würde alle 60 Minuten fahren, während der Hauptverkehrszeit alle 20 Minuten. Insgesamt komme man so täglich auf 28 Fahrten und 3.100 Nutzer. Für die Trasse sollen die Bahnhöfe BMW FIZ und Euro-Industriepark neugebaut und der Bahnhof Karlsfeld um ein Gleis erweitert werden.

Verkehrsminister Reichhart: "Wir als Freistaat stehen bereit"

Die Studie zeigt auch, dass die Verantwortlichen den Ausbau des S-Bahn-Nordrings im Blick behalten. So sollen etwa bei der geplanten Brücke für die Verlängerung der Tram 23 am Euro-Industriepark bereits Freiräume für den späteren Ausbau geschaffen werden.

Ist es realistisch, dass Ende 2025 die ersten Züge zwischen Karlsfeld und Euro-Industriepark rollen? Laut Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) durchaus, "wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen". Er sagte der AZ: "Wir als Freistaat stehen dazu bereit. Der Pendlerverkehr zum BMW FIZ über den Nordring wäre ein wichtiger Baustein von vielen, um den Münchner Verkehrsknoten zu entlasten."

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