Für fünfstellige Summe Eigene Orchester zu beschäftigt: BR lässt Jingle in L.A. aufnehmen

Der Bayerische Rundfunk hat für BR-Klassik neue Jingles produzieren lassen. Foto: dpa

Der Bayerische Rundfunk lässt für BR-Klassik neue Radio-Jingles produzieren. Allerdings spielt die nicht eines der beiden hauseigenen Orchester ein, sondern extra engagierte Musiker aus Los Angeles. Der BR rechtfertigt das auch damit, dass andernfalls Kinder hätten darben müssen.

 

München - Ein guter Radio-Jingle ist viel wert, im besten Fall (er)kennen die Hörer das entsprechende Produkt schon, wenn sie nur die ersten Sekunden hören – wie etwa beim "Seitenbacher-Bergsteigermüsli" oder der "Apothekenumschau". Ob der neue BR-Klassik-Jingle in solche Sphären gelangt, wird die Zeit zeigen, aber klar ist: Der Bayerische Rundfunk hat einigen Aufwand betrieben, um den neuen Marken-Slogan zu produzieren.

Neuer BR-Jingle wurde in L.A. eingespielt

So reiste man extra nach Amerika, um das "Jingle-Paket" aufnehmen zu lassen. "Knapp 20 in der Jingle-Produktion versierte Musiker in Los Angeles" hätten die Musik eingespielt, bestätigt eine BR-Sprecherin eine entsprechende AZ-Anfrage. Nun ist BR-Klassik ein Sender, auf dem hauptsächlich klassische, ernste Musik gespielt wird, von (gefühlt immer mehr werdender) Filmmusik mal abgesehen. Es braucht also auch einen musikalischen Jingle. Und praktischerweise hat der BR ja zwei weltberühmte hauseigne Orchester. Eines davon für die Jingle-Produktion zu verpflichten, wäre allerdings nicht praktisch.

So argumentiert zumindest der BR. "Die Jingles von einem der beiden BR-Orchester einspielen zu lassen, wäre angesichts der straffen Dienstpläne der BR-Musiker nicht sinnvoll durchführbar gewesen", teilt der Sender mit und verweist auf die "sehr langfristig angelegten Produktionsverpflichtungen" der Orchester. Und vor allem: Hätte man die hauseigenen Musiker verpflichtet, "wäre das zu Lasten anderer wichtiger und sinnvoller Projekte gegangen – vor allem von Education-Projekten wie der aus Patenschaften mit Schulen entstehenden Workshops", heißt es im besten PR-BR-Sprech. Kinder hätten wohl also leiden müssen, und das will ja nun wirklich niemand.

BR: BR-Orchester wäre noch teurer gewesen

Deswegen also lieber die Musiker in L.A. Einen "niedrigen fünfstelligen Betrag" habe das gekostet, finanziert aus dem "Etat von BR-Klassik". Also letztlich von Gebühren-Geldern. Aber, so argumentiert der BR, mit den eigenen Musikern wäre das ganze noch teurer geworden. "Wenn nur ein kleiner Teil des Orchesters eingesetzt worden wäre, hätte das Gesamtorchester seinen anderen Verpflichtungen in dieser Zeit allenfalls mit Hilfe teurer Aushilfen nachkommen können – eine völlig unwirtschaftliche Rechnung."

In diesem Sinne: Jingle well, neuer BR-Jingle.

 

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