Für die Menschlichkeit Weltrotkreuztag - Gegründet, um Leid zu lindern

Eine typische Szene: Dieses undatierte Foto aus dem Ersten Weltkrieg zeigt zwei Rotkreuzschwestern, die einem verwundeten Soldaten etwas zu trinken reichen. Foto: DRK

Der Weltrotkreuztag geht auf den "Vater" der Organisation zurück: den Schweizer Henry Dunant. Er wäre am Mittwoch, am 8. Mai, 191 Jahre alt geworden. Die Historie des Deutschen Roten Kreuzes ist eng mit Krieg und Not verbunden – und mit Menschlichkeit.

 

Es beginnt mit einem Kampf: Nach der Schlacht von Solferino im Sardinischen Krieg am 24. Juni 1859 lassen den Schweizer Geschäftsmann Henry Dunant, der zufällig Augenzeuge des Leids der Soldaten wird, die Bilder nicht los. Er eilt spontan zu Hilfe, beschreibt später in einem Buch die Not der Verwundeten und fordert die Gründung von Hilfsorganisationen für ebendiese – auf Basis von Freiwilligkeit und Neutralität. Die Idee der Internationalen Rotkreuz– und Rothalbmondbewegung, aus der das Deutsche Rote Kreuz (DRK) entstanden ist, war geboren. Die Gründung des DRK unter diesem Namen erfolgte am 25. Januar 1921 in Bamberg.

Rotes Kreuz im zweiten Weltkrieg: 600.000 DRK-Kräfte im Einsatz

Doch bereits im Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) eilen die Rotkreuzschwestern – entstanden aus der Gründung des Badischen Frauenvereins 1859 – den Verwundeten zu Hilfe. Das Rote Kreuz zählt damals eine Million Mitglieder. Später, während der NS-Zeit, wird das DRK nach und nach gleichgeschaltet, die Nationalsozialisten besetzen Führungspositionen und führen eine starre, zentrale Organisation ein.

Nach Verbandsangaben sind im Zweiten Weltkrieg über 600.000 DRK-Kräfte im Einsatz – hauptsächlich Frauen. Wie schon 1914 reichen trotz Vorbereitung weder medizinisches Personal noch Logistik aus, um die riesige Zahl an Verwundeten zu versorgen. Zehntausende Frauen werden im Schnellverfahren zu Rotkreuzschwestern. Das DRK unterstützt die Wehrmacht bis 1945. Nach dem Krieg wird das Rote Kreuz von den Aliierten aufgelöst, viele Rotkreuzarbeiter helfen angesichts des Elends der Nachkriegsjahre trotzdem. Nach der Teilung in BRD und DDR wird das Rote Kreuz 1991 wiedervereinigt.

Rotes Kreuz hat knapp drei Millionen Mitglieder in Deutschland

Das heutige Deutsche Rote Kreuz ist föderal aufgebaut, die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung mit 191 nationalen Gesellschaften die größte Humanitäre Organisation der Welt. Allein in Deutschland engagieren sich etwa drei Millionen Mitglieder.

Der Verein ist etwa im Rettungsdienst, der Altenhilfe oder Katastrophenschutz im Einsatz – nach den humanitären Grundsätzen ihres Gründers Dunant. Von ihm stammt auch das einprägsame Symbol: ein rotes Kreuz auf weißem Grund – die umgekehrte Nationalflagge der Schweiz.

 

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