Frühzeitig aus Haft entlassen Fall Dominik Brunner: Erster Täter wieder auf freiem Fuß

Sebastian L. (kleines Bild) und ein weiterer Täter hatten den Manager Dominik Brunner am S-Bahnhof Solln zu Tode geprügelt. Dort befindet sich heute das Dominik-Brunner-Denkmal. Foto: dpa

Vor knapp fünf Jahren wurde der Geschäftsmann Dominik Brunner von Jugendlichen am Münchner S-Bahnhof Solln zusammengeschlagen. Sebastian L., einer der Täter von damals, ist nun wegen guter Führung wieder frei.

 

München/Neuburg - Einer der Angreifer von Dominik Brunner ist knapp fünf Jahre nach der tödlichen Attacke auf den Münchner Geschäftsmann wieder auf freiem Fuß. Am 7. Juli wurde Sebastian L. wegen guter Führung vorzeitig entlassen, sagte die Direktorin des Amtsgericht Neuburg an der Donau, Dorothea Deneke-Stoll, am Dienstag und bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung.

"Er hatte über zwei Drittel seiner Haft verbüßt und es lag eine günstige Prognose vor." Der Rest der Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, ein Bewährungshelfer in München zu seiner Betreuung eingesetzt. Der junge Mann war im Jahr 2010 wegen Körperverletzung mit Todesfolge vom Landgericht München zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt worden.

Nach "Bild"-Informationen hätte Sebastian L. die JVA eigentlich schon früher verlassen können. Allerdings habe er seine Lehre noch beenden wollen. "Eine Ausbildung stand im Raum", sagte die Direktorin des Amtsgerichtes.

Die Dominik-Brunner-Stiftung reagierte versöhnlich auf die Freilassung. Vorstandsmitglied Andreas Voelmle sagte im Interview des Radiosenders "Antenne Bayern": "Wir wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute." Sicherlich bereue er die Tat inzwischen.

Der heute 22-Jährige hatte am 12. September 2009 gemeinsam mit dem 23-jährigen Haupttäter an der S-Bahn-Station München-Solln auf den Geschäftsmann Brunner eingeprügelt, der sich schützend vor vier Schüler gestellt hatte. Er hatte sich eingemischt, als die Jugendlichen von den Schülern Geld verlangten und sie bedrohten.

Das Landgericht München verurteilte den Haupttäter wegen Mordes zu neun Jahren und zehn Monaten Haft. Er sitzt weiterhin im Gefängnis. Nach Auffassung des Gerichts wollten sich die jungen Männer an Brunner rächen, weil er sich vor die Schüler gestellt hatte.

Brunner hatte dem Haupttäter zwar als erster ins Gesicht geschlagen - nach Ansicht des Gerichts aber, um einen drohenden Angriff abzuwehren. Danach gingen die beiden Jugendlichen massiv auf ihn los. Der 50-Jährige starb schließlich an Herzkammerflimmern. Sein Tod löste eine heftige Debatte um Jugendgewalt aus.

 

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