Frostschutzmittel im Essen? Zeugenaussage im Gift-Prozess: Ehefrau schon früher kriminell

Die Frau, die wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung angeklagt ist, hält sich im Gerichtssaal eine Mappe vors Gesicht. Foto: picture alliance/Sina Schuldt/dpa

Sie soll versucht haben, ihren Ehemann mit vergiftetem Kartoffelsalat umgebracht zu haben. Beim Gerichtsprozess kommt raus: Ihrem Ex soll sie K.O.-Tropfen verabreicht haben. 

München - Frühere Ehemänner, Schwiegersöhne und Verwandte: Im Prozess wegen versuchten Mordes lassen Zeugen bislang kaum ein gutes Haar an Birgit K. (Name geändert). Sie schilderten die Angeklagte als eine Frau, der es immer ums Geld gegangen sei und die andere ausnutzte. Sogar die Sparschweine ihrer Enkel soll sie geplündert haben.

Die 74-Jährige erschien in weißer Satinbluse und Blazer vor Gericht. Während der Zeugenaussagen schüttelte sie immer wieder den Kopf. Birgit K. soll ihrem vierten Ehemann im Mai 2018 ein Frostschutzmittel ins Essen gemischt haben, um ihn zu töten (AZ berichtete).

Mit K.O.-Tropfen bewusstlos

Dass sie sich überall als Diplom-Finanzwirtin ausgab, obwohl sie nur einen Hauptschulabschluss hat, gehört eher zu den moralisch harmloseren Betrügereien. Laut Zeugen ging es ihr fast immer um den eigenen Vorteil. Dafür wurde sie angeblich schon früher kriminell. Einer ihrer Ex-Männer berichtete von einem Abend mit einem vermögenden Freund. Die Männer seien nach dem Essen in Ohnmacht gefallen.

Einige Zeit später habe Birgit K. ihm gestanden, dass sie die Männer mit K.O.-Tropfen bewusstlos gemacht habe, um das Ladenlokal des Freundes nach Bargeld durchsuchen zu können.

400 Euro für einen Killer 

Der frühere Ehemann ihrer älteren Tochter schilderte, wie die Angeklagte in größerer Runde gesagt habe, dass es das Beste sei, wenn ihr Mann – das spätere Giftopfer – sterbe. Sie habe gefragt: "Hat jemand Kontakt zu einem Killer? Ich würde dafür auch 400 Euro springen lassen."

Birgit K. habe ihre Männer "auseinandergenommen und beklaut. Dass sie jemals normal gearbeitet hätte, habe ich nie erlebt", sagte der Zeuge weiter.

"Ich kenne sie nicht ohne falsche Wimpern, Haarteil und Schminke"

Auch die Töchter hatten es offenbar schwer mit ihr. Die Jüngere hatte eine Partneragentur angemeldet, die die Mutter betrieb. An den Schulden (120.000 Mark) hatte die Tochter lange zu knapsen. Als ihr Beugehaft drohte, soll Birgit K. gleichgültig ins Disneyland gereist sein.

Auf Männer soll K. aber eine starke Wirkung haben. "Sie hat Charme. Und sie ist eine gepflegte Erscheinung: Ich kenne sie nicht ohne falsche Wimpern, Haarteil und Schminke", sagte einer.

Lesen Sie hier: Prozess in München - Meine Frau hat mich vergiftet!

 

2 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihr Pseudonym sowie weitere Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading