Fritz von Weizsäcker ist tot Berlin: Sohn von Ex-Bundespräsident während Vortrag erstochen

, aktualisiert am 20.11.2019 - 08:40 Uhr
Polizisten führen nach der Attacke einen Verdächtigen ab. Im kleinen Bild: Fritz von Weizsäcker, der nach dem Messerangriff noch vor Ort starb. Foto: Eventpress Herrmann/Paul Zinken/dpa, AZ-Montage

Ein Mann ersticht am Dienstagabend bei einem Vortrag in einer Berliner Klinik den Arzt Fritz von Weizsäcker. Noch in der Nacht sollte der Verdächtige verhört werden. Am Mittwoch will die Polizei neue Details bekanntgeben.

 

Berlin - Nach dem tödlichen Angriff auf den Arzt Fritz von Weizsäcker, Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, ermittelt die Polizei zu den Hintergründen.

Ein Tatverdächtiger war nach der Tat am Dienstagabend in der Schlosspark-Klinik in Berlin-Charlottenburg noch vor Ort festgenommen worden. Er sollte laut Polizei in der Nacht verhört werden. Die Polizei rechnet im Lauf des Mittwochs mit neuen Erkenntnissen, wie eine Sprecherin sagte.

Verdächtiger war nicht polizeibekannt

Am Mittwochmorgen gab es dann weitere Neuigkeiten zum Vorfall. So teilte die Polizei auf Anfrage mit, dass es sich bei dem Mann, der von Weizsäcker erstochen hat, um einen 57-Jährigen handelt. Der Verdächtige sei vorher nicht polizeibekannt gewesen. Die Tatwaffe war den Angaben zufolge ein Messer. Noch am Mittwoch soll er einem Haftrichter vorgeführt werden.

Von Weizsäcker während Vortrag erstochen

Der 59-jährige von Weizsäcker war am Dienstagabend erstochen worden. Der Chefarzt hielt gerade einen medizinischen Vortrag in der Klinik, als kurz vor 19 Uhr ein Mann aus dem Zuschauerraum auf ihn losging, wie eine Polizeisprecherin sagte. Von Weizsäcker starb noch vor Ort.

Zu den Hintergründen der Tat, möglichen Motiven des Täters und seiner Nationalität machte die Polizei zunächst keine Angaben. Die Polizei ermittelt laut der Sprecherin in alle Richtungen. Beamte sollen demnach auch die Familie Weizsäckers dazu befragen, ob es eine Bedrohungslage gegeben haben könnte.

Messerattacke: Zuschauer gehen dazwischen

Ein Mann aus dem Zuschauerraum soll am Dienstagabend beim Dazwischengehen schwer verletzt worden sein. Es soll sich um einen Polizisten gehandelt haben, der privat bei dem Vortrag war. Mehrere von den etwa 20 Leuten im Publikum halfen laut Polizei, den Täter festzuhalten.

Von Weizsäcker hatte eine lange Karriere als Mediziner hinter sich. Nach Stationen in Freiburg, Boston und Zürich war er seit 2005 Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I an der Schlosspark-Klinik.

Von Weizsäckers Vater Richard von Weizsäcker (1920-2015) war von 1984 bis 1994 Bundespräsident der Bundesrepublik, zuvor Regierender Bürgermeister von Berlin.

 

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