Freizeitsport "Kompliziert, nicht günstig - aber: ein Lebensgefühl!"

Kommt ein Windsurfer geflogen: Fabian Weber ist einer der erfolgreichsten deutschen Windsurfer, 2011 war er sogar deutscher Meister. Foto: az

 Windsurfen ist zu einer Randsportart geworden – das sagt der Deutsche Meister – und erklärt, warum sein Sport ein der der faszinierendsten ist. Tipps für die besten Plätze im Münchner Umland.

 

München - Es schaut einfach toll, spektakulär und mitreißend aus, wenn die Windsurfer schräg über dem Wasser hängen und mit wilder Wucht über die Wellen fliegen. Und doch ist auch an den bayerischen Seen feststellen: Immer weniger Freizeitsportler betreiben diesen Sport. Was ist los mit der einstigen Trendsportart Nummer1? Die AZ hat einen Experten nach den besten Surf-Spots in Bayern gefragt.

AZ: Herr Weber, Sie sind dreimaliger Gesamtsieger im Deutschen Windsurf-Cup. Wie kommt es, dass Windsurfen einst so populär war und heute nicht mehr? FABIAN WEBER: Der Sport ist zu einer Randsportart geworden. Früher war das Windsurfen die beliebteste Fun-Sportart. Mittlerweile gibt es so viele andere Möglichkeiten. Und dagegen ist Windsurfen kompliziert: Man braucht ein großes Auto, viel Equipment, ist abhängig vom Wind. Und günstig ist es auch nicht gerade.

Was macht Windsurfen in Ihren Augen eigentlich zu etwas Besonderem? Das Naturerlebnis: Wasser, Wellen, Geräusche und Wind. Man gleitet, angetrieben vom Wind über das Wasser und hat es selber in der Hand. Das ist ein tolles Gefühl. Wenn man das erste Mal ins Gleiten kommt, möchte man nicht mehr aufhören. Für mich ist es ein Lebensgefühl.

Warum sollte man als Freizeitsportler surfen? Gerade um München herum gibt es wegen der Seen so viele Spots. Deswegen gibt es hier auch mehr Surfer, als man denkt. Klar, es sind weniger als früher. Aber die, die es betreiben, sind fanatisch. Diesen Sport macht man nur aus Leidenschaft.

Was brauche ich für diesen Sport? Brett, Segel, ein Auto, Neoprenanzug und als Anfänger Handschuhe.

Und welche Fähigkeiten sind dafür nötig? Ehrgeiz, Ausdauer und Energie. Ansonsten ein gutes Körpergefühl und Balance. Windsurfen ist sehr anspruchsvoll. Deswegen ist für Anfänger ein Kurs empfehlenswert.

Kann man als Freizeitsportler auch Tricks und Sprünge lernen? Auf jeden Fall. Sobald man gleiten kann, kann man sich an kleine Sprünge herantasten. Es gibt unzählige Tricks und Sprünge. Viel davon ist Kopfsache. Man muss sich einfach überwinden.

Warum ist surfen in Bayern besonders schön? In Bayern wird man fast zum Meteorologen: Fön, Thermik, Ostwind, Westwind. Für alles gibt es hier ideale Spots. Man kann immer woanders fahren und so wird es nicht langweilig.

Geben Sie doch noch ein paar Tipps für besonders schöne Plätze! Okay, bei Westwind: Das Herrschinger Kreuz am Ammersee. Absoluter In-Spot und die dicksten Wellen. Zwei Minuten entfernt: das Rieder Eck. Bei Nordwinden und Thermik: Die Galerie am Walchensee. Bei Südwind und Fön: Die Bergwacht von Kochel am Kochelsee. Und bei Ostwind empfehle ich den Wörthsee. Für Anfänger ist übrigens Inning am Ammersee ideal. Beste Infos über die Windverhältnisse. kann man sich übrigens aktuell im Internet bei www.windinfo.eu holen.

 

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