Freizeitsport Im Westpark: Joggen, Grillen, Planschen

Der Westpark bietet Joggern auch etwas fürs Auge – etwa die neun Meter hohe thailändische Sala mit einer Buddha-Statue. Foto: Daniel von Loeper

AZ-Serie: Der Westpark wurde 1983 für die internationale Gartenausstellung errichtet. Auch heute noch erholen sich dort die Münchner – dank vieler Möglichkeiten für Sport und Entspannung

 

Vor etwa 30 Jahren war vom heutigen Westpark noch nicht viel zu sehen. Das Gelände bestand in den 1970er Jahren aus rund 60 Hektar weitgehend unbebautem Brachland im damaligen Stadtbezirk Waldfriedhofsviertel (heute Sendling-Westpark). Doch aus diesem Brachland wurde eine der schönsten und vielseitigsten Parkanlagen in ganz Deutschland.

Denn im Sommer 1976 wurde für das Gelände ein Architektenwettbewerb eröffnet, den Peter Kluska gewann. Der Landschaftsarchitekt aus München wollte einen vom Lärm der Großstadt abgeschirmten Talraum im Charakter der Voralpenlandschaft schaffen. Mit künstlich aufgeschütteten Moränen, die wie Hügel hervorragen und einen Blick sowohl über die Stadt als auch über die Alpen bieten.

1983 war das Ergebnis zu bestaunen: in Form der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) 1983. Der Westpark war geboren und begeisterte die Massen – bis heute. Nach einer Erweiterung hat er eine Ost-West-Ausdehnung von etwa 2,4 Kilometern und ist 69 Hektar groß. Er wird durch den Mittleren Ring (Garmischer Straße) in einen Ost- und einen Westabschnitt geteilt.

Überall tummeln sich im Sommer Menschen – spazieren, grillen und tun ihrem Körper Gutes. Sport: Der Westpark ist durchzogen von schmalen und breiten Wegen, die größtenteils asphaltiert sind. Das lockt Tag für Tag scharenweise Jogger, Nordic Walker, Radler und Inlineskater in die Parktäler. Jogger nutzen die vielen kleinen Aussichtshügel, um an ihrer Kondition und Schnellkraft zu arbeiten. Auf Abwege begeben sich gerne die Radler. An den langen Außenflanken der Parkanlage führen Trails durch die angelegten Wälder – da ist viel Geschick gefragt.

Auf den riesigen Rasenflächen im Westteil wird gerne gebolzt, Frisbee gespielt oder auf einer Slackline balanciert, die zwischen den Bäumen unkompliziert gespannt werden kann. Nur an Wochenenden wird es schon mal etwas eng, wenn sich Freizeitsportler, Parkbesucher und Grillfreunde die Wiesen teilen müssen. Fußballer sollten in dem Fall die beiden Bolzplätze nutzen, die etwas abseits liegen. Gleich nach der Fußgängerbrücke befindet sich im Westteil auf der linken Seite nach gut 50 Metern ein Bolzplatz. Basketballkörbe gibt es hier auch. Zwei Stahltore auf Betonuntergrund stehen außerdem noch im Ostteil des Parks direkt neben dem großen Wasserspielplatz, den man auch von der Welserstraße aus bestens erreichen kann.

Nur ein paar Meter von den Stahltoren der Fußballer entfernt befinden sich die Steinplatten der Tischtennisspieler. Hier treffen sich vor allem in den frühen sommerlichen Abendstunden kleine wie große Spieler.

Spiel und Spannung: Man muss schon etwas suchen. Hinter einem der aufgeschütteten Hügel im Westteil des Parks versteckt sich eine in München einzigartige Attraktion, die Kinder wie Erwachsene gleichermaßen begeistert – und zwar die Riesenrutschen. Gut 50 Meter vom Theatron entfernt, drei knapp 30 Meter lange, offene Edelstahlröhren. Sie sind in den Hang eines der Aussichtshügel gebaut, führen direkt oder in Schlangenlinien ins Tal hinab.

Ein rasantes Vergnügen, denn die Rutschen sind recht steil. Man sollte an heißen Sommertagen jedoch aufpassen, da kann der Edelstahl von der Sonne so stark erhitzt sein, dass man sich im wahrsten Sinne des Wortes den Popo verbrennt. In einem solchen Fall kann man seine Geschicklichkeit unter Beweis stellen – oben auf dem Hügel befindet sich ein Klettergerüst.

Spaß: Auf der anderen Seite des Aussichtshügels mit Riesenrutschen wartet eine ganz besondere Erfrischung – ein großes Planschbecken. Zudem sorgt ein kleiner Bach dafür, dass das Wasser relativ frisch bleibt. Wem das zu viel Rummel ist, der sollte seine Füße in das eiskalte Wasser des Tretbeckens stecken. Die Kneippanlage liegt etwa 100 Meter von den Riesenrutschen entfernt in Richtung Preßburgerstraße.

Entspannung: Im Westteil befinden sich neben dem Rosengarten ein Biergarten sowie ein Restaurant. Im Ostteil sorgt direkt neben dem Wasserspielplatz ein Kiosk für Erfrischung sowie ein Café am Ufer des Mollsees für Erholung. Besonders an Wochenenden locken die festen Grillstationen die Massen an. Oder man genießt auf einem der vielen Aussichtshügel den Sonnenuntergang.

 

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