Freibeuter auf ProSieben "Black Sails": So ist Michael Bays Quoten-Hit aus den USA

Captain Flint (Toby Stephens) und seine Crew aus "Black Sails" Foto: ProSieben/Starz Entertainment LLC

Bereit zum Entern - oder eher Kentern? ProSieben zeigt ab Freitag "Black Sails". Die Piraten-Serie von Michael Bay erwies sich in den USA als Quoten-Garant. Dabei ist das Freibeuter-Abenteuer alles andere als originell.

München - Jetzt also Piraten. Nachdem Cowboys (gelungen: "Deadwood") und Gladiatoren (ein bisschen gelungen: "Spartacus") bereits als Serienhelden herhalten mussten, machen sich jetzt die ewigen Seeräuber auf dem Bildschirm breit. ProSieben zeigt ab 25.Juli "Black Sails". Für den US-Sender "Starz" war die Vorgeschichte zu Robert Louis Stevenson Klassiker "Die Schatzinsel" der erfolgreichste Serienstart seit Bestehen.

Als Produzent wacht "Transformers"-Großmeister Michael Bay über das Projekt. Der steht vor allem für massenkompatible und extrem actionlastige Unterhaltung, weniger für spannend erzählte Episoden-Dramen. Das wäre nicht weiter tragisch, allerdings fehlt Bay in einer TV-Serie das Budget, um stundenlang Kulissen in Schutt und Asche zu legen und Dinge explodieren zu lassen - wie aktuell in "Transformers: Ära des Untergangs" im Kino. Folgerichtig ist der Textanteil bei "Black Sails" deutlich höher, als bei anderen Bay-Produktionen. Und genau das erweist sich leider als Nachteil.

Erstmal wird natürlich ein Schiff versenkt, er kracht, splittert und donnert, danach hacken sich Piraten mit strahlend weißen Zähnen möglichst blutig durch ihre Gegner, um sich im Anschluss im Freudenhaus von wunderschönen Frauen (mindestens drei auf einmal) belohnen zu lassen. Mit dem wirklichen Piratenleben um das Jahr 1715 hat die Serie vermutlich soviel zu tun, wie der Drehort Kapstadt mit dem Handlungsschauplatz in der Karibik. Action, Gewalt, Sex, schöne Menschen in bunten Kostümen vor einer malerischen Computer-Karibik-Kulisse - ließe sich "Black Sails" darauf reduzieren, könnte man als Zuschauer ja eigentlich ganz zufrieden sein.

Doch während die optische Inszenierung ihre Reize hat, wird die Story ein wenig verschnarcht. Captain Flint (Toby Stephens) ist der legendären spanischen Schatzgaleone "Urca de Lima" auf der Spur. Klar, er ist nicht der einzige, der sich für das Edelmetall interessiert. Der Abenteurer John Silver (Luke Arnold) ist durch Zufall in den Besitz von Aufzeichnungen gekommen, die den Weg der "Urca" verraten. Ein durchaus überschaubarer Handlungsrahmen also, doch statt die opulenten Bilder erzählen zu lassen, wird das Geschehen zu großen Teilen mittels müder Dialoge vorangetrieben.

Unterm Strich bleibt die erste Episode von "Black Sails" hinter den Erwartungen zurück und lässt Anspruch, Authentizität und Originalität vermissen. Die Mischung aus "Fluch der Karibik"-Setting und blutiger "Spartacus"-Action wird trotzdem ihr Publikum finden. ProSieben zeigt die acht Folgen der ersten Staffel in mehreren Blöcken an den nächsten drei Freitagen ab 20:15 Uhr. Eine zweite Staffel ist bereits abgedreht.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. null