Frau (34) erschossen Todesdrama um Dienstwaffe von Münchner Flughafen-Polizist

, aktualisiert am 17.01.2018 - 11:52 Uhr
In diesem Thüringer Haus ereignete sich das tragische Unglück. Foto: dpa

Völlig betrunken hantieren zwei Männer in der Nacht zum vergangenen Freitag mit einer Pistole herum. Dann löst sich ein Schuss, eine 34-Jährige stirbt. Der Bundespolizist, aus dessen Pistole das Projektil stammt, ist am Münchner Flughafen stationiert.

 

München/Bad Langensalza - Auch mehrere Tage später ist noch immer nicht bis ins letzte Detail klar, was sich an jenem Abend im thüringischen Bad Langensalza abspielte. Fest steht, dass der 22-jährige Bundespolizist und der ebenfalls 22-jährige Lebensgefährte des späteren Opfers in der Wohnung des Paares ordentlich dem Alkohol zusprachen. In Medienberichten ist die Rede von rund zwei Promille Alkohol bei beiden Männern. Die zuständige Staatsanwaltschaft wollte diesen Wert zwar nicht bestätigen, spricht aber auch von "erheblicher Alkoholisierung".

Kugel aus Waffe von Münchner Polizisten

Irgendwann kam dann offenbar die Dienstpistole des Bundespolizisten ins Spiel. Warum genau der Mann, der am Flughafen München eingesetzt ist, wie die Bundespolizei der AZ bestätigte, seine Dienstwaffe überhaupt bei dem privaten Termin dabeihatte, ist indes völlig unklar. Zwar hätte der Polizist seine Waffe durchaus auch privat führen, aber keineswegs einer anderen Person überlassen dürfen.

Doch an dem Abend gab er die 15-schüssige Heckler & Koch HK P30 seinem Freund. Als der mit der Pistole herumhantierte, löste sich der tödliche Schuss, der irgendwie dessen 34-jährige Freundin traf.  "Wir gehen davon aus, dass der 22 Jahre alte Lebensgefährte der Frau - und nicht der gleichaltrige Bundespolizist - den Schuss abgegeben hat", bestätigt der Mühlhäuser Staatsanwalt Dirk Germerodt.

Kein absichtliches Tötungsdelikt

Die Obduktion bestätigte inzwischen den Anfangsverdacht, "dass der Schuss in den Oberkörper des Opfers ursächlich für dessen Tod war", so Germerodt. Darüber hinaus bestätigte die Untersuchung zudem, dass der Schuss offensichtlich versehentlich abgegeben worden war, also kein absichtliches Tötungsdelikt vorliegt.

Gegen die beiden Männer wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Der Bundespolizist vom Münchner Flughafen ist für die Dauer der Ermittlungen vom Dienst freigestellt.

 

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