Forschungsreaktor in Garching Radioaktives C-14 ausgetreten: Grüne fordern Konsequenzen

Der Forschungsreaktor München II (FRM II) steht auf dem Gelände der Technischen Universität München (TUM) im Norden der bayerischen Landeshauptstadt. Foto: Peter Kneffel/dpa

Nach dem Austritt von radioaktivem C-14 am Forschungsreaktor FRM II in Garching fordern die Grünen einen Betriebsstopp und weitergehende Konsequenzen.

 

Garching - Nachdem am Forschungsreaktor FRM II in Garching der Jahresgrenzwert für radioaktives C-14 überschritten wurde, fordern die Grünen nun Konsequenzen.

"Mit Überschreitung des Jahresgrenzwerts für den C-14-Ausstoß darf der Reaktor in diesem Jahr nicht mehr angefahren werden", sagte der Fraktionschef der Grünen im Landtag, Ludwig Hartmann, auf Anfrage. Es dürfe keine zusätzliche radioaktive Belastung der Menschen in der Nähe des Meilers geben. "Wir müssen jetzt eine grundlegende Debatte über den Forschungsreaktor führen."

Die Technische Universität München (TUM) als Betreiberin sowie das bayerische Umweltministerium als atomrechtliche Aufsichtsbehörde betonten, für Mensch und Umwelt habe zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden. Der für den FRM II festgelegte Jahresgrenzwert des radioaktiven Nuklids C-14 sei "geringfügig" überschritten worden, hieß es. Der Wert liege weit unter dem gesetzlich vorgegebenen Wert, unterstrichen FRM II und Ministerium. Wegen der Corona-Beschränkungen ist der Betrieb des Reaktors seit 17. März ausgesetzt.

Hartmann: "Bei einem Atommeiler nicht hinnehmbar"

Der Vorsitzende des Bundes Naturschutz in Bayern, Richard Mergner, äußerte sich "sehr besorgt" und forderte erneut eine Stilllegung des FRM II. Der Betrieb sei derzeit wegen der Nutzung von hochangereichertem Uran ohnehin nicht mehr durch die Betriebsgenehmigung gedeckt. Ähnlich äußerte sich Hartmann.

Schon 2012 war in geringerer Menge radioaktives C-14 ausgetreten. Die neue Panne zeige, dass die Betreiber den Reaktor nicht im Griff hätten, sagte Hartmann "Das ist bei einem Atommeiler nicht hinnehmbar."

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