Forschungsbericht Suche nach NS-Raubkunst in Museen und Archiven

Ein Gewürzgefäß aus dem 19. Jahrhundert, welches das NS-Regime durch Zwangsabgabe aus dem Besitz von Leo Heinrich und Dina Marx an sich genommen hatte. Foto: Matthias Balk/dpa

Bei der Provenienzforschung soll herausgefunden werden, ob es sich bei Objekten in Archiven oder Museen um NS-Raubkunst handelt. Heute stellt der Verbund den Stand der Forschung vor.

 

München - Die Suche nach möglicher NS-Raubkunst nimmt in Museen und Archiven in Bayern einen immer größeren Stellenwert ein. Die Einrichtungen hätten ihre Aktivitäten in der Provenienzforschung wieder gesteigert, teilte das Kunstministerium mit, wo am Montag (15.00 Uhr) der Forschungsverbund Provenienzforschung Bayern seinen Tätigkeitsbericht für das Jahr 2018 vorstellt.

Provenienzforscher versuchen, die Herkunft von Kunstwerken, Möbeln und anderen Objekten zu klären, die Museen, Sammlungen und andere Institutionen während der NS-Zeit erworben haben.

NS-Raubkunst geht an Besitzer oder Erben zurück

Damit soll herausgefunden werden, ob es sich um Kunstschätze handelt, die Juden und anderen Verfolgten geraubt wurden. Sollte sich dies bestätigen, werden die Gegenstände den einstigen Besitzern oder deren Erben zurückgegeben.

Der Freistaat fühle sich der Provenienzforschung verpflichtet und restituiere selbstverständlich, wenn Nachforschungen entsprechende Hinweise ergeben, sagte Kunstminister Bernd Sibler (CSU). Der Forschungsverbund wurde 2015 eingerichtet. Unter den 19 Mitgliedern sind unter anderem die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, zahlreiche Museen und Universitäten sowie die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern.

Außerdem gibt es vier Kooperationspartner, darunter das Germanische Museum in Nürnberg und die Städtische Galerie im Lenbachhaus in München. Am Montag stellt der Verbund vor, welche Provenienzprüfverfahren abgeschlossen wurden und welche noch am Laufen sind.

 

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